«Ich gebe mir die Note 5.5»

Nach 12 Jahren als Regierungsrat gibt Urs Wüthrich (SP) Ende Monat sein Amt ab. Er zieht selber eine positive Bilanz, er habe immer noch dem Motto «Sorgfalt vor Tempo» gehandelt. Durch eine inszenierte «Obstruktionspolitik» mache sich das Baselbiet aber selber unnötig schlecht, kritisiert Wüthrich.

«Das Baselbiet hat sich sehr gut als Teil der Schweizerischen Bildungslandschaft etabliert», fasst Urs Wüthrich die aktuelle Schulsituation zusammen. 95 Prozent der Jugendlichen würden einen Lehrabschluss oder eine weiterführende Schule respektive ein Studium machen. Dies seien sehr hohe und sehr gute Werte.

Als weitere Leistungen seiner Amtszeit erwähnt Urs Wüthrich das neue Kulturgesetz, sowie, dass der Kanton Basellandschaft Mitträger der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz sei. Als Abschlussnote würde er sich eine 5.5 geben, insbesondere auch mit Blick auf die Wiederwahl von 2007, wo er ein gutes Resultat erreicht habe.

Kritik an seiner Arbeit empfindet er als ungerecht: «Es ist eine verkehrte Welt, meine Bildungspolitik war alles andere als eine überstürzte Reformpolitik, sondern ein Vorgehen mit Augenmass». Möglicherweise sei er aber bei seinen Auftritten manchmal etwas zu direkt gewesen, im Parlament wehre er sich und teile ab und zu auch aus.

Klar äussert sich Urs Wüthrich zur sogenannten Honoraraffäre. Dass er als einziges amtierendes Regierungsmitglied einen Teil seiner Fremdhonorare habe zurückzahlen müssen, sein nicht richtig gewesen. Er habe aber darauf verzichtet, für seine Rechte zu kämpfen, um die Regierungsarbeit nicht zu blockieren.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)