Im Basler Schrebergarten für kurze Zeit den Krieg vergessen

Barian Sukhi flüchtete vor vier Jahren mit ihrer Familie aus Syrien in die Schweiz. Der Kontakt zu ihrer Verwandtschaft ist schwierig, ihre Heimatstadt Aleppo ist teils zerstört. In ihrem Schrebergarten in Basel kann sie den Krieg für einen kurzen Moment vergessen.

Eine Frau mit Kopftuch und Stiefel pflügt ein Beet.

Bildlegende: Barian Sukhni pflügt für das Foto ein Beet in ihrem Schrebergarten. SRF, Juri Schmidhauser

Barian Sukhni zeigt auf die Auberginen, die in ihrem Beet wachsen: «Ich freue mich zu sehen, wie das Gemüse wächst», sagt sie. Daraus möchte sie an diesem Abend Moussaka machen, einen Auflauf mit Auberginen, Hackfleisch, Zwiebeln und Butter. «Mit Knoblauch und Joghurt schmeckt das sehr gut», schwärmt Sukhi.

Seit acht Monaten ist sie immer wieder in diesem Schrebergarten, den das Hilfswerk der evangelischen Kirche Schweiz (HEKS) für sie gepachtet hat. Sukhni ist eine von siebzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Programms «Neue Gärten beider Basel», welches 2006 von der Otto Erich Heynau-Stiftung beauftragt und vom HEKS umgesetzt wurde. Ziel des Programms ist es, Asylsuchenden und vorläufig anerkannten Flüchtlingen eine sinnvolle Betätigung im Freien zu ermöglichen. Dabei würden die Menschen besser Deutsch lernen und könnten Kontakte knüpfen.

In ihrem Garten werden die Teilnehmer unterstützt, erhalten Tipps und Hilfe beim biologischen Anbau. Aber auch wenn die Geflüchteten ein Anliegen haben, das nichts mit dem Garten zu tun hat, können sie sich ans HEKS wenden. Landschaftsgärtner und Sozialdiakon Ruben Diem weiss manchmal nicht, ob er beim nächsten Besuch eher im Garten arbeiten oder einfach Tee trinken wird: «Die Menschen erzählen mir manchmal einfach von ihren Sorgen und Ängsten. Dann höre ich einfach zu», sagt Diem.

Auch Barian Sukhni erzählt: «Die Situation in Syrien macht mich sehr traurig, der Krieg macht alles kaputt.» Der Kontakt zu ihren wenigen überlebenden Verwandten sei schwierig, denn in ihrer Heimatstadt Aleppo gebe es keinen Strom und damit auch kein Internet. Abschalten kann Sukhni in ihrem Garten, dort stürzt sie sich in die Arbeit. Und im Oktober gehe sie nach Zürich an eine Dolmetscherschule: «Das ist mein Traumberuf».