In Therwil hat die Zahl hochbetagter Leute stark zugenommen

Kein Kanton hat so wenige Alters- und Pflegeheimplätze wie Baselland und dies obwohl die Bevölkerung überdurchschnittlich alt ist. Der Kanton hat reagiert und baut kräftig Altersheime aus. Aber auch die Gemeinden sind gefordert, wie das Beispiel von Therwil zeigt.

Alters- und Pflegeheim Blumenrain in Therwil.

Bildlegende: Alters- und Pflegeheim Blumenrain in Therwil. Flubacher-Nyfeler + Partner Architekten AG

Nirgends im Baselbiet hat die Zahl der Hochbetagten so stark zu genommen wie in der Gemeinde Therwil. «In den 60er bis 80er Jahren waren wir eine Boomgemeinde. Die Zuzüger von dieser Zeit kommen jetzt ins Alter», erklärt Reto Wolf, der Gemeindepräsident von Therwil.

Im Jahr 2007 hat Therwil sein Alters-und Pflegeheim Blumenrain ausgebaut. «Dies war eine Reaktion auf die Diskussion über die Überalterung der Gesellschaft, die um die Jahrhundertwende erstmals auch auf Bundesebene geführt wurde», so Wolf. Es musste dann schnell viel passieren. Wolf räumt ein, dass der Kanton Baselland das Thema Alter etwas vernachlässigt habe, «wir müssen nun unsere Hausaufgaben machen.»

Ausweichen in andere Gemeinden

Wer in Therwil einen Altersheimplatz braucht, muss möglicherweise auf eine andere Gemeinde ausweichen. Eine Statistik vom Kanton Baselland zeigt nämlich, dass der Bettenbedarf in Therwil höher ist als der aktuelle Bettenbestand - trotz Ausbau des Altersheims. Reto Wolf sagt: «Beim Thema Altersheimplätze müssen wir über die Gemeindegrenzen hinaus denken. Und da in vielen Gemeinden die Altersheime ausgebaut werden, hat es regional gesehen genügend Plätze.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)