Jahresrückblick Teil 4: Bei den BVB gehts drunter und drüber

Direktor und Verwaltungsratspräsident der Basler Verkehrsbetriebe müssen ihre Posten räumen. Es geht um Vetternwirtschaft, unrechtmässig vergebene Aufträge und sexuelle Belästigung. Aber auch die Baselbieter Regierung sorgt für Schlagzeilen.

Jürg Baumgartner, abgesetzter Direktor der Basler Verkehrsbetriebe.

Bildlegende: Musste gehen: Jürg Baumgartner, abgesetzter Direktor der Basler Verkehrsbetriebe. Keystone

Das letzte Vierteljahr des 2013 war mit Abstand das turbulenteste. In der Region wurden mehrere Institutionen und Behörden durchgeschüttelt - eine Affäre jagte die nächste.

Für den grössten Skandal sorgten wohl die Basler Verkehrsbetriebe (BVB). Eine Untersuchung der Finanzkontrolle ergab im Dezember, dass sich die BVB-Führungsriege zurecht Vetternwirtschaft vorwerfen lassen musste. Zudem vergab die BVB-Teppichetage Aufträge unter der Hand, die sie öffentlich hätte ausschreiben müssen. Aus diesem Grund räumte Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath seinen Posten. Nur zwei Tage später kam aus, dass Direktor Jürg Baumgartner Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben soll - er wurde entlassen.

Baselbieter Spesen-Affäre

Für grosses Aufsehen sorgte - ebenfalls im Dezember - eine Spesen-Affäre im Baselbiet. Die Finanzkontrolle fand bei einer Stichproben-Kontrolle heraus, dass sich Alt-Regierungsräte und Chefbeamte gewisse Honorare und Spesen aus Verwaltungsratsmandaten auf ihr eigenes Konto überweisen liessen, statt diese ordnungsgemäss der Kantonskasse abzuliefern.

Kein Stein auf dem anderen blieb zudem bei der Basler Kantonalbank. Bankratspräsident Andreas Albrecht trat zurück, nachdem die Bank eine saftige Busse von der Finanzkontrolle aufgebrummt erhielt. Der interimistische Bankratspräsident Andreas Sturm legte daraufhin offen, dass sich in der Vergangenheit einzelne Bankräte gegenseitig lukrative Aufträge zugeschanzt hatten.