«Jugendgewalt verläuft wellenartig»

Ein halbes Arbeitsleben lang war Thomas Faust Leiter der Baselbieter Jugendanwaltschaft. Jugendliche seien nicht gewalttätiger als früher, aber heute werde auf jemanden, der am Boden liege, eher weiter eingeschlagen, sagt er.

Portrait Thomas Faust Jugendanwalt

Bildlegende: Nach seiner Pensionierung will Jugendanwalt Thomas Faust reisen. SRF

Dass Jugendliche gewaltbereiter geworden ist, kann der Baselbieter Jugendanwalt Thomas Faust nicht bestätigen. Dennoch habe sich etwas während seiner 18jährigen Amtszeit geändert: «Heute wird auf eine, am Boden liegende Person eher mal geschlagen als früher.» Doch dies seien nach wie vor Einzelfälle. Noch ein Phänomen beobachtete Faust: «Die Jugendgewalt verläuft wellenartig.»

Als Jugendanwalt hatte er mit Jugendlichen ab zehn Jahren zu tun. Die Jüngeren mussten meist bei ihm erscheinen, weil sie im Strassenverkehr mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. Doch er hatte auch immer wieder mit schweren Fällen zu tun: «Im Zusammenhang mit den Einbruchdiebstählen, hat auch die Kinderkriminalität zugenommen.» Eltern, die ihren Kindern befehlen würden einzubrechen.

«  Das Jugendstrafrecht ist ein geniales Gebiet »

Thomas Faust
Jugendanwalt, Baselland

Der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber, verabschiedete Jugendanwalt Thomas Faust heute vor den Medien in den Kellerräumlichkeiten der Baselbieter Jugendanwaltschaft. Seine Botschaft: Thomas Faust war ein Pionier auf seinem Gebiet. Faust habe sich dafür stark gemacht, dass die Baselbieter Polizei einen Jugenddienst einführte und dass straffällige Jugendliche eine elektronische Fussfessel bekämen.

Faust blickte zurück und erklärte: «Das Jugendstrafrecht ist ein geniales Gebiet.» Man könne bei den Jugendlichen noch etwas bewirken. Die seien noch biegsam, ergänzt Faust. Mit diesem Strafrecht hatte Faust hatte mehr als sein halbes Arbeitsleben zu tun. Menschen, die das Gesetz missachten, aber auch menschliche Schicksale waren sein Alltag. Dies zerre aber nicht an der Substanz, sagt Faust. Trotzdem freut er sich jetzt auf die neu gewonnene Zeit nach seiner Pension. Diese Zeit möchte er mit Reisen füllen. Er sei schon immer gerne herum gekommen: «Schon über 80 Länder habe ich bereist.» Weitere sollen folgen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)