Architekten studieren an fusioniertem Kanton herum

Wo tagt die Regierung eines wiedervereinigten Kantons? Architekturstudenten der ETH haben sich dieser Frage angenommen und eine Antwort gefunden: entweder in Liestal oder im Kleinbasel.

Kopfbau der Basler Kaserne

Bildlegende: Hier könnte die Regierung des Kantons Basel tagen: im Kopfbau der Kaserne Basel. Juri Weiss

Die Fusionsdebatte ist ein Tappen im Dunkeln. Wer würde von einer Fusion profitieren? Wieviele Regierungsräte kämen aus der Stadt und wieviele vom Land? Architekturstudenten der ETH Zürich denken laut über solche Fragen nach. Beispielsweise mit Skizzen für ein Parlamentsgebäude eines fusionierten Kantons.

Ein fusionierter Kanton bräuchte auf jeden Fall ein neues Regierungsgebäude, sagt Architekt Manuel Herz. In seinem Auftrag haben seine Studenten ein solches entworfen. Nach gutschweizerischer Tradition müsste dies im Herzen des Kantons, in Liestal, gebaut werden. Wolle man alte Strukturen aufbrechen, dann müsste es in Basel Platz finden. Genauer gesagt: im Kleinbasel, im Kopfbau der Kaserne.

Politik und Bevölkerung sollten zusammenrücken

Kennzeichnend für alle Entwürfe seiner Studenten sei, dass diese allesamt Räume beinhalten, die es in bestehenden Parlamentsgebäuden nicht gibt. Räume, in denen Politiker und normale Bürger aufeinander treffen. Die Hüllen des neuen Gebäudes eines fusionierten Kantons sind eher auffällig. Eine Studentin wählte die Form einer grossen Pforte. Diese Skizzen könnten helfen, die diffuse Diskussion um die Kantonsfusion zu konkretisieren, ist Architekt und ETH-Dozent Manuel Herz überzeugt.