Kein grenzenloses U-Abo im Dreiland

Was von Laufenburg nach Reinach oder von Zeglingen nach Flüh schon lange funktioniert, sollte genau so einfach über die Landesgrenzen möglich sein. Dies fordert der SP-Landrat Jürg Degen. Doch die Baselbieter Regierung winkt ab: In den nächsten Jahren sei dies «nicht zu erwarten.»

Frau sitzt in S3-Zug, vor sich hat sie einen Einkaufswagen und ein Strauss gelbe Rosen schaut heraus.

Bildlegende: Die S-Bahn fährt schon über die Grenze, aber das U-Abo gilt im grenznahen Ausland bei Zugreisen nicht. Keystone

In der Nordwestschweiz seien vor allem auch deshalb so viele Menschen mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs, weil das Tarifsystem einfach sei. Dies betonen Experten wie Stephan Maurer. Er ist Präsident der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Nordwestschweiz. Genauso einfach müsste es möglich sein, über die Landesgrenzen zu fahren, findet er. Es sei doch absurd, dass man mit dem U-Abo mit dem 8er-Tram nach Weil fahren könne, mit der S-Bahn jedoch nicht.

«Wenn Autos in jedem Land mit anderem Benzin fahren würden, könnte man auch nicht über die Landesgrenzen fahren. So ist es im öffentlichen Verkehr auch. Ein Abo oder ein Billet ist der Eintritt ins System und dieser kann gar nicht genug einfach sein», sagt Verkehrsexperte Maurer.

«  Wenn Autos in jedem Land mit anderem Benzin fahren würden, könnte man auch nicht über die Landesgrenzen fahren. »

Stephan Maurer
Verkehrsexperte

Tarifsysteme seien zu verschieden

Genauso sieht es SP-Landrat Jürg Degen. Er forderte deshalb von der Baselbieter Regierung, dass diese sich für einen grenzüberschreitenden Tarifverbund stark macht. Doch die Baselbieter Regierung winkt ab: Ein solcher grenzüberschreitender Verbund sei in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Zu unterschiedlich seien die Tarifsysteme in Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Für Stephan Maurer eine Ausrede: «Man verschanzt sich hinter der Komplexität des Themas. Dabei zeigt die Tramlinie 8 nach Weil zeigt, dass ein einfaches System ein grosser Erfolg wäre.» Innert ein paar Jahren könnte ein solcher Verbund realisiert werden, ist er überzeugt. Schliesslich gebe es solche grenzüberschreitenden Lösungen bereits an anderen Orten in Europa.