Keine Pferde an der Basler Fasnacht - Tierschützer fordern Verbot

Chaisen gehören zum Cortège wie Cliquen, Guggen und Wagen. Nun fordern Tierschützer, dass die Kutschen verschwinden. Fasnacht bedeute für die Tiere zu viel Stress. Im Fasnachts-Comité zeigt man sich gesprächsbereit. Ein Leiden der Tiere habe man aber noch nie festgestellt.

Zwei Pferde ziehen einen Wagen an der Fasnacht in Basel.

Bildlegende: Geht es nach dem Willen der Tierschützer, so sollen die Chaisen von der Fasnacht verschwinden. Juri Weiss

Pferde seien Fluchttiere und lärmempfindlich. Aus diesem Grunde hätten sie nichts an der Fasnacht verloren, sagt Nadja Wüthrich vom Tierschutzbund Basel. «Wir müssen uns von dieser Tradition verabschieden. Sie bedeutet für die Pferde extrem viel Stress.»

Nichts wissen von dieser Forderung will Daniel Würgler. Seit beinahe vierzig Jahren führt er Pferde am Cortège. «Nicht jedes Pferd ist dafür geeignet. Es gibt ruhige Pferde, die halten auch den Lärm und die Menschenmenge gut aus.»

Von seinen zwanzig Tieren könne er mit sechs Pferden an einem Cortège mitmachen. Die anderen wären überfordert.

Guggenmusik im Stall

Weiter sei auch eine gute Vorbereitung wichtig. Schon im Vorfeld der Fasnacht bereitet Würgler die Tiere auf das Ereignis vor. «Im Stall hören sie Guggenmusik und gewöhnen sich an die Trommeln.» Wenn die Cliquen vor der Fasnacht ihre Marschübungen machen, führt er die Tiere bewusst aus, um sie an die Musik zu gewöhnen.

André Schaad vom Fasnachts-Comité signalisiert Gesprächsbereitschaft. «Die Teilnahme von Tieren an Anlässen muss man vom ethischen Standpunkt her immer wieder überprüfen.» Am Cortège selber habe er aber keine leidenden Tiere gesehen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)