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Basel Baselland Keine unterlassene Nothilfe: Freispruch in «Bancomat-Fall»

Das Baselbieter Strafgericht hat einen Mann vom Vorwurf der unterlassenen Nothilfe freigesprochen. Der Mann hatte einem Jugendlichen, der vor einem Bancomaten zusammengebrochen war, nicht geholfen. Das Gericht akzeptierte die Begründung des Angeklagten.

Legende: Video Urteil unterlassene Nothilfe abspielen. Laufzeit 4:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.03.2014.
Mann steht vor Bancomat.
Legende: Der Angeklagte hatte nach dem Geldabheben den Verdacht, der Jugendliche sei zum Schein zusammengebrochen (Symboldbild). Keystone

Der Vorfall ereignete sich an einem Sommerabend 2011. Ein 15-jähriger Jugendlicher wollte an einem Bancomaten in Aesch Geld für die Sommerferien abheben. Vor dem Geldautomaten wurde ihm plötzlich schwindlig und er brach ohnmächtig zusammen.

Dies filmte die Überwachungskamera der Bank - und sie filmte auch einen anderen Mann. Dieser war vor dem Jugendlichen am Bancomaten und hatte beobachtet, wie der Jugendliche zusammenbrach. Anstatt zu helfen oder die Sanität zu rufen, fuhr er in seinem Auto davon.

Der Mann, ein 48-jährigerUnternehmer aus dem Birseck, steht heute deswegen vor dem Strafgericht in Liestal. Er hatte einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft erhalten, wegen unterlassener Nothilfe. Gegen diesen Strafbefehl hat er aber Rekurs eingelegt, darum kommt es zur Verhandlung.

Freispruch des Strafgerichts

Das Strafgericht spricht ihn nun frei. Es akzeptiert die Begründung des Angeklagten. Dieser war kurz vor dem Vorfall aus den Ferien in Südfrankreich zurückgekommen. Dort war er überfallen worden. Nun vermutete er, der Jugendliche sei nur zum Schein zusammengebrochen: ein Trick, um ihn zu überfallen. Der Mann kehrte eine Viertelstunde nach dem Vorfall an den Ort zurück. Inzwischen hatte sich der Jugendliche ein paar Meter weiter geschleift. Der Mann sah ihn nicht mehr und dachte, es sei alles in Ordnung.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Ob er verurteilt wurde oder nicht, er muss mit sich selber ins Reine kommen, den sein Gewissen lässt ihn nicht vielleicht nicht mehr so gut schlafen. Das Ganze ist eine Charakter Einstellung.
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  • Kommentar von Patrick Vögelin, Basel
    Für mich sendet das Gericht folgende Message Heft ja nicht sonst haben wir zu wenig zu tun und es zeigt auch das SVP Politiker Privilegien haben.
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  • Kommentar von Andrea Mordasini, 3014 Bern
    Bin enttäuscht vom Freispruch, habe mehr erwartet; auch dass die anderen 9 tatenlosen Passanten belangt worden wären. Unterlassene Hilfeleistung ist kein Kavaliersdelikt, sondern einfach nur feige und schäbig! Jemandem seinem Schicksal zu überlassen aus Angst, Unsicherheit, Egoismus ist ein No-Go! Trotz bzw gerade aus Angst vor Trickbetrug/Überfall hätte zumindest die Polizei (117) alarmiert werden müssen. Im Handyzeitalter keine Hexerei! Falls kein Handy, jemand anders anhalten und beauftragen.
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