Kommt nach dem Roche-Turm jetzt das Basler Roche-Tram?

Rund 2000 Angestellte mehr werden in ein paar Jahren auf dem Areal von Roche in Basel arbeiten. Der Pharmakonzern verlangt deshalb, dass das Firmengelände besser an den öffentlichen Verkehr angeschlossen wird. Wie das passieren soll, ist aber noch völlig offen.

Fotomontage der Roche der Arealentwicklung. Blick von der Grenzacherstrasse auf die neuen Gebäude.

Bildlegende: Auf der Roche-Illustration sind in der Grenzacherstrasse noch keine Tramschienen zu sehen. zVg

Severin Schwan, CEO des Pharmakonzerns Roche, betonte an der Pressekonferenz zu den Ausbauplänen, wie wichtig der Anschluss an den öffentlichen Verkehr sei: «Wenn wir verdichten, sind mehr Personen auf dem Gelände. Entsprechend ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ganz, ganz wichtig.»

Öffentlicher Verkehr ausbauen

Wie gestern bekannt wurde, investiert Roche in den nächsten zehn Jahren drei Milliarden Franken in den Ausbau des Standorts Basel. Über zehn Gebäude sollen neu gebaut oder aufgestockt werden. Vor allem werden aber in ein paar Jahren rund 2000 Angestellte mehr auf dem Gelände an der Grenzacherstrasse arbeiten. Für die wenigsten der Angestellten hat es Parkplätze auf dem Firmengelände. Deshalb ist der Pharmakonzern auch darauf angewiesen, dass das Gelände besser an den öffentlichen Verkehr angeschlossen wird.

Roche-Tram vorziehen

CEO Schwan verwies auf die geplante neue Tramlinie durch die Grenzacherstrasse und die Anbindung an die S-Bahn. Tatsächlich plant Basel im Rahmen des Tramnetzes 2020 die Grenzacherstrasse zu erschliessen. Allerdings hatte dieses Projekt von allen geplanten Neubaustrecken bisher das schlechteste Kosten-Nutzenverhältnis und deshalb die geringste Priorität. «Vielleicht rückt das Tram-Roche in der Berechnung jetzt weiter nach vorn, dann kann man es auch rascher realisieren», sagt der Präsident der Verkehrskommission des Grossen Rates, Michael Wüthrich.

Badischer Bahnhof in der Nähe

Wenig Chancen gibt er hingegen einer neuen S-Bahn-Station für Roche. Der badische Bahnhof sei nahe genug. Dieser würde zudem sehr stark aufgewertet mit dem Herzstück, welches den Bahnhof SBB mit dem badischen Bahnhof unterirdisch verbinden soll. Dann könnten Pendler aus dem Fricktal und dem Baselbiet viel Zeit gewinnen, weil sie direkt zum badischen Bahnhof fahren könnten und nicht mehr im Bahnhof SBB wenden müssten. «Das Herzstück ist extrem wichtig für die Region, gerade auch im Gebiet von Roche», sagt Wüthrich.

Beim Verkehrsdepartement wollte man sich noch nicht äussern. Zuerst wolle man jetzt zusammen mit Roche eine Auslegeordnung machen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)