Kopfschütteln nach Landratsdebatte über Fusion der beiden Basel

«Basel soll nicht auf unsere Kosten expandieren», so SVP-Präsident und Sprachrohr der Fusionsgegner, Oskar Kämpfer, am Donnerstag im Baselbieter Parlament. Sein beleidigendes Votum an die Adresse der Stadt befremdet Fusionsbefürworter und auch Gegner.

Hemdkragen mit dem Baselbieter Rotstab und der Aufschirft "Mir si und bliibe Baselbieter".

Bildlegende: Anlässlich der Landratsdebatte gab es einige gehässige Anfeindungen von Fusionsgegnern gegenüber der Stadt. SRF

An eine sachliche Diskussion war im Baselbieter bei der zweiten Lesung zur Initiative für eine Fusion der beiden Basel nicht zu denken. Das Votum von SVP-Präsident Oskar Kämpfer hat das Niveau der Debatte vorgegeben. Der Basler Grossrat Emmanuel Ullmann hat die Debatte auf der Tribüne verfolgt, die Polemik bringe nichts, sagt er gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF: «Ich habe den Kopf geschüttelt. Dass Basel-Stadt Territorialansprüche an Baselland habe sei nicht nur falsch, sondern es sei auch unnötig, dermassen zu polemisieren.»

Schon bei der ersten Lesung im Landrat waren polemische Töne zu hören, dann von FDP-Fraktionschef Rolf Richterich. Christof Hiltmann, Mitglied der FDP-Fraktion im Landrat, betont, für ihn handle es sich bei der Fusion um eine sachliche Angelegenheit. Auf den Gefühlen «rumzutrampeln» sei überflüssig.

Empörung und Fremdschämen

Gar kein Verständnis für die Polemik seiner bürgerlichen Kollegen hat FDP-Landrat und Fusionsbefürworter Balz Stückelberger. Er habe sich fremdgeschämt während der Landratssitzung: «Ganz unabhängig von der Diskussion um eine Kantonsfusion geht es auch um das Bild von unserem Parlament und unserem Kanton.» Die Entgleisungen gegenüber dem Partnerkanton Basel-Stadt, mit dem Baselland wirtschaftlich und gesellschaftlich eng verbunden ist, ist für Balz Stückelberger fehl am Platz.

In Basel-Stadt dürften die deftigen Voten von Oskar Kämpfer auch gewisse Stimmbürgerinnen und Stimmbürger abgeschreckt haben, meint Grossrat Emmanuel Ullmann. Die Mehrheit, ist er überzeugt, würde aber verstehen, dass nur eine Minderheit im Baselbiet hinter den Anfeindungen gegen die Stadt steht.

(Regionaljournal Basel; 17:30)