Kormoran im Kanton Baselland nicht mehr geschützt

Der Kormoran ist künftig im Baselbiet nicht mehr geschützt: Die Regierung hat dies mit einer Revision der Jagdverordnung beschlossen, wie sie am Dienstag mitteilte. Schon heute dürfe der Vogel an der Birs bei Gefahr für bedrohte Fischarten geschossen werden.

Der Kormoran steht auf einem Stein im Wasser und breitet seine Flügel aus.

Bildlegende: Ein Kormoran trocknet sein Gefieder. Keystone

Die Sonderregelung für den Kormoranabschuss an der Birs gelte «seit Jahren». Dennoch würden in der Praxis «kaum Abschüsse getätigt» - solche drängten sich bei gehäuftem Auftreten des fischfressenden Vogels aber durchaus auf. Mit der Revision solle nun die kantonale Sonderregelung in ordentliches Recht überführt werden.

Das Bundesrecht betrachte den Kormoran als nicht im Bestand gefährdet; er sei daher gemäss Jagdgesetz jagdbar, hiess es aus Liestal weiter. Mit der Revision der eidgenössischen Jagdverordnung von Mitte 2012 war seine Schonzeit um einen auf sechs Monate verkürzt worden.

Nicht mehr Abschüsse erwartet

Die Baselbieter Jagdverwaltung erwarte dennoch künftig nicht mehr Kormoranabschüsse. Der Kanton werde sich am Kormorankonzept Schweiz orientieren. Dieses legt Kriterien fest, unter welchen Umständen Kormorane abgeschossen respektive ihre Gelege zerstört werden dürfen.

2011 waren im Baselbiet vier Kormorane abgeschossen worden, in den zwei Jahren davor je fünf. Die Zahlen sind darum tief, weil nur Jäger mit Patent schiessen dürfen, Kormorane sich aber kaum zum Verzehr eignen. Früher rückte bei Bedarf die Jagdverwaltung des Kantons aus; 2004 war so mit 57 Kormoranabschüssen die höchste Zahl erreicht worden.

Eine Alternative zum Abschuss von Kormoranen in Gewässern, wo sie Bestände gefährdeter Fischarten wie der Aesche dezimieren, wäre die Aufwertung der Lebensräume. Mehr Strukturen und Verstecke bedeuten indes Kosten und meist mehr Platz für Gewässer. Derzeit liegen laut Baselbieter Regierung aber «keine entsprechenden Projekte» vor.

 Fischenden ist der Kormoran ein Dorn im Auge, weil sie mancherorts zusehen müssen, wie er bei schwarmweisem Einflug ihre monatelange aufwändige Aufzuchtarbeit - etwa von Forellennachwuchs einheimischer Elterntiere - zunichte macht. Ein erwachsener Kormoran frisst rund ein Pfund Fisch pro Tag.