Kritik an der Art Basel: Zu viel Party, zu wenig Kunst

Bernhard Mendes Bürgi, Direktor des Basler Kunstmuseums, weiss um die Bedeutung der Art Basel - auch für sein eigenes Museum. Dennoch kritisiert er die Art Basel. Er bedaurt, dass kein Raum für experimentelle Kunst vorhanden sei und dass die vielen Partys im Zentrum stehen würden.

Bernhard Mendes Bürgi

Bildlegende: Bernhard Mendes Bürgi wünscht sich weniger Partys an der Art Basel. Keystone

«All diese Events und Partys sind zu viel», findet Bernhard Mendes Bürgi. Das Drumherum sei inzwischen wichtiger als die Kunst. Heute sei die Art Basel zwar die wichtigste Kunstmesse der Welt, aber er vermisse die Atmosphäre von früher, so Bürgi.

Seit 44 Jahren findet die Art Basel statt. Am Anfang sei die Art noch experimenteller gewesen und die Galeristen hätten etwas riskieren können. «Aber heute sind die Standmieten so hoch, dass die Galeristen das Risiko minimieren und einfach verkaufen wollen.»

Partys statt Museen

Grund für die Entwicklung sei, dass die Art Basel stark gewachsen sei - und insbesondere auch die Expansion nach Miami. «Miami kann nicht mit Museen auftrumpfen, wie Basel das kann. Deshalb setzt Miami auf Partys. All die Basler, die nach Miami gereist sind, wollen nun auch mehr Partys.»

Trotz seiner Kritik weiss Bernhard Mendes Bürgi die Art Basel aber auch zu schätzen. «Wir sind eine kleine Stadt und haben nicht so viele Touristen. Das Kunstmuseum profitiert extrem von der Art Basel.» Und auch das Kunstmuseum kann nicht darauf verzichten, einen Event zu organisieren. Zwar keine Party, jedoch ein «breakfast» für alle Galeristen.