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Basel Baselland Kritik an Extra-Trams nach Weil am Rhein

Tausende Menschen pilgerten am Samstag mit der neuen Tramlinie von Basel nach Weil am Rhein, um zum günstigen Eurokurs einzukaufen. Die BVB setzten Extra-Trams ein, um das grosse Fahrgastaufgebot meistern zu können. Auch am kommenden Samstag will sie den Takt erhöhen. Dies löst Kritik aus.

Autos und Tram an der Grenze nach Weil
Legende: Tausende Menschen pilgerten am Samstag nach Weil am Rhein. Keystone

Genau Zahlen, wie viele Menschen am Samstag mit der Tram Nummer 8 nach Weil am Rhein fuhren, haben die BVB nicht. Doch sie sind insgesamt zufrieden mit der Taktverdichtung: «Die Massnahme war richtig und hat sich bewährt», so Sprecherin Dagmar Jenny.

Auswirkungen haben der tiefe Eurokurs und die Extrafahrten auch auf die Grenzwacht und den Zoll. «Wir bemerken, dass viele Leute teure Anschaffungen machen wie Schmuck oder Brillen», so Patrick Gantenbein. Und auch der Schmuggel habe zugenommen, insbesondere beim Fleisch. «Eine Person wollte 31 Kilo über die Grenze nehmen.»

Auch nächsten Samstag mehr Trams

Wegen der grossen Nachfrage wollen die BVB auch am kommenden Samstag im 7,5-Minutentakt nach Weil fahren statt nur jede Viertelstunde. «Wir rechnen damit, dass nochmals so viele Leute, oder sogar mehr nach Weil fahren wollen.» Dies, weil die Leute inzwischen Lohn erhalten hätten.

Das Basler Gewerbe hätte die Solidarität der Kosumenten und Konsumentinnen verdient.
Autor: Gabriel BarellDirektor Basler Gewerbeverband

Gar keine Freude am Shopping-Express über die Grenze hat Gewerbedirektor Gabriel Barell. «Das Basler Gewerbe hätte die Solidarität der Kosumenten und Konsumentinnen verdient.» Er hoffe, dass die BVB den Takt nach Weil nicht langfritig erhöhen wollen, sonst werde der Gewerbeverband aktiv. «Sollten die BVB das Weiler Gewerbe langfristig unterstützen, dann müsste Deutschland mehr an die Betriebskosten bezahlen», findet Barell.

Ob die BVB langfristig eine Taktverdichtung anstreben, das sei noch offen, so Dagmar Jenny. «Wir sind in engem Austausch mit dem Basler Amt für Mobilität und prüfen das genau.» Die BVB seien jedoch grundsätzlich daran interessiert.

Leistungsvereinbarung müsste angepasst werden

Voraussetzung dafür wäre eine neue Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Eigentlich wird diese nur einmal pro Jahr, und zwar im Dezember abgeschlossen. Auf Anfrage sagt das Amt für Mobilität jedoch, dass man von den BVB bald Statistiken einfordern werde. Sollte sich herausstellen, dass die Nachfrage wirklich so gross ist, dann könnte die Leistungsvereinbarung auch unter dem Jahr angepasst werden.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

3 Kommentare

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  • Kommentar von albert kaufmann, horw
    haben wohl die ch-Konsumenten vergessen, dass sie die ersten sein werden, die ihren Arbeitsplatz verlieren. ich gehe mal davon aus, dass es vorallem die "tieferen" Einkommensschichten waren, die vom Angebot gebrauch gemacht haben. genau diese müssen dann nicht überrascht sein, wenn es sie als Arbeitnehmer zu allererst erwischt. genau so verhält es sich mit dem Tourismus. wer ein bisschen weiter als bis zur brille denken kann, verbringt trotzallem die ferien in der ch. hopp schwiiz!
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    1. Antwort von fritz leisinger, Lörrach
      Mercedes/Porsche/BMW werden nicht von unteren Einkommensschichten gefahren. Die kommen auch! Und wer an die See will, der will keine schneebedeckten Berge.Und wer einen halben Liter Bier für 3 € bekommen kann zieht den 2,5 DL für 5,5 SFR. vor. So einfach ist die menschliche Logik. Also runter mit den Preisen in CH und dann lenkt alles ein.
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  • Kommentar von Dieter Stumpf, Basel
    Der Gewerbeverband hat es halt sowohl beim Verkehrskonzept Innerstadt (bis jetzt mindestens 700 Ausnahmebewilligungen!) als auch beim Tramkredit nach Weil verpasst, das Referendum zugunsten seiner Mitglieder zu ergreifen. Bitte jetzt nicht jammern, es ist zu spät. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben (Gorbi).
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