Kritiker der Deponiesanierung sprechen von «Billigsanierung»

Die Sanierung der Deponie Feldreben in Muttenz werde auf die lange Bank geschoben, dies sagen die Vertreter der «Allianz Deponien Muttenz» (ADM). Der Kanton Baselland und die Chemiefirmen würden die Trinkwasserverschmutzung in der Region weiter in Kauf nehmen.

Luftbild der Deponie Feldreben in Muttenz, die schraffierten Flächen zeigen den Grad der Verschmutzung an.

Bildlegende: Die Deponie Feldreben in Muttenz an den Bahngeleisen wurde Ende der 1960er Jahre geschlossen. Geoviewer BL

Einen Tag nach der Presse wurden auch die Kritiker der Deponiesanierung von den Verantwortlichen informiert über das Sanierungsprojekt. Sie hätten genau die gleichen Informationen wie auch die Presse bekommen, sagt Hanspeter Meier, Co-Präsident der ADM, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. In der Allianz Deponien Muttenz sind linke Parteien und Umweltorganisationen vertreten.

Für die ADM ist klar: Die 20 Prozent des Gesamtvolumens, welche ausgehoben werden sollen reichen nicht. «Die Deponie ist nachher immer noch im Altlastenkataster» das heisst 80 Prozent würden rausgeschoben auf den Sankt Nimmerleinstag, sagt Hanspeter Meier.

Der Kanton Baselland übernehme so ein erhebliches finanzielles Risiko. Die Vertreter der ADM schätzen es auf 500 Millionen Franken.

Trinkwasser in der Region Basel weiter belastet

In den Augen der Kritiker nehmen die Chemie- und Pharmaunternehmen Novartis, Syngenta, BASF und der Kanton Baselland weiterhin eine Verschmutzung des Trinkwassers von 230'000 Menschen in Kauf in der Agglomeration Basel. Die Feldrebendeponie müsse ausgegraben werden, wie dies im Kanton Jura in Bonfol, sowie in anderen Kantonen geschehen ist.

Rechtliche Schritte

Die ADM erwäge rechtlich gegen die Sanierungspläne vorzugehen. Vorher wollen aber die Experten der ADM die Sanierungspläne im Detail anschauen. «Mit diesen Rahmenbedingungen könnte es schon einen Gerichtsfall geben», sagt ADM-Co-Präsident Hanspeter Meier.

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