Leimentaler Ärzte drohen dem Kantonsspital Baselland

In einem offenen Brief zeigt sich der Ärzteverein Leimental besorgt über die Qualität am Bruderholzspital, seit es Teil des fusionierten Kantonsspitals Baselland (KSBL) ist. Der Verein droht: Leimentaler Ärzte könnten ihre Patienten künftig nicht mehr ans Bruderholzspital zuweisen.

Eingang Bruderholzspital

Bildlegende: Ärtze und Ärztinnen fürchten, dass es mit dem Bruderholzspital abwärts gehen könnte. Keystone

Der Brief ist in der «Basellandschaftlichen Zeitung» vom Montag abgedruckt. «Aus Sorge um die Entwicklungen am bisher sehr geschätzten Bruderholzspital» wenden sich die Mitglieder des Ärztevereins Leimental an den CEO des Kantonsspitals Baselland, Heinz Schneider, und an den Präsidenten des Verwaltungsrates, Dieter Völlmin. Sie befürchten, dass die bisherige Qualität und Zusammenarbeit in weiteren Bereichen des Bruderholzspitals nicht mehr gewährleistet werden könnten.

«  Ein Umdenken im Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung ist dringend angesagt.  »

Erich Planta
Präsident Ärzteverein Leimental

«Wir finden es sehr schade, dass eine bisher sehr gute Zusammenarbeit abzubrechen droht», so Erich Planta, Präsident des Ärztevereins Leimental, gegenüber dem «Regionaljournal Basel».

Die zuweisenden Ärzte aus dem Leimental kritisieren insbesondere eine Verschiebung des Schwergewichts auf den Standort Liestal. Liestal liege für viele Patienten nicht auf dem Weg. Die Unterzeichnenden fordern, dass der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung umdenken.

Sonst würden die Leimentaler Ärzte ihre Patientinnen und Patienten nicht mehr ans Bruderholzspital zuweisen: «Dann stimmen die Patienten halt demokratisch mit ihren Füssen ab», sagt Planta. «Das heisst, die Patienten werden in Richtung Universitätsspital Basel und Privatspitäler abwandern.»

Dass dem Bruderholzspital damit ein Patientenrückgang drohen könnte, vermutet auch Stephan Fricker, Direktor der privaten Merian Iselin Klinik, die mit ihrer Spezialisierung auf Orthopädie eine direkte Konkurrentin des Bruderholzspitals ist. «Ich würde die Situation als dramatisch bezeichnen», so Fricker. Das Zuweiser-Netz sei für ein Spital sehr wichtig. «Wenn dieses in Opposition zum Spital geht, dann läuten bei mir die Alarmglocken», so Fricker.

Direktes Gespräch soll Konflikt entschärfen

Das Bruderholzspital selbst schätzt die Situation jedoch weniger dramatisch ein. Christine Frey, seit Montag Sprecherin des Kantonsspital Baselland: «Es wäre schön gewesen, wenn man die Bedenken hätte in einem direkten Gespräch besprechen können.» Es seien momentan viele Unwahrheiten im Umlauf. Und gerade deswegen würde sich die Spitalleitung einen direkten Dialog wünschen. Im Sinne dieses direkten Dialogs wolle sich die Leitung des Kantonsspital Baselland nun persönlich mit den Leimentaler Ärzten treffen.