Schweizer Theaterpreis Liestaler Puppenspielerin Margrit Gysin wird ausgezeichnet

Die Jury würdigt die Liestalerin als die Grande Dame des Figurenspiels und eine Pionierin auf diesem Gebiet. Margrit Gysin erhält einen der Theaterpreise des Bundesamtes für Kultur. Er ist mit 30'000 Franken dotiert.

Margrit Gysin ist die erste Figurentheaterspielerin, die einen Schweizer Theaterpreis bekommt. Sie freue sich denn auch sehr über diese Auszeichnung. Gysin: «Ich finde es toll, dass eine Puppenspielerin ausgezeichnet wird und die Jury mich überhaupt kennt.»

Margrit Gysin ist in der Figurentheaterszene längst weltweit bekannt. Sie trat unter anderem schon in Indien, Iran, Israel, Mexiko, Tansania oder Afghanistan auf. Sie unterrichtet an Kunst- und Fachhochschulen im In- und Ausland und ist die künstlerische Leiterin einer zweijährigen Weiterbildung in Figurentheater in Liestal.

Teil der Welt

Gysin nimmt Märchen oder Kinderbücher als Quelle und entwickelt sie für ihre Stücke weiter. Figuren seien für sie faszinierend, weil sie auf die Emotionalität zielen. Sie könne damit Themen zur Sprache bringen wie Ausgrenzung, Solidarität, fanatische Religiosität oder Menschenwürde. «Wenn Kinder bei meinen Stücken das Gefühl bekommen, dass sie Teil dieser Welt sind und etwas verändern können, dann habe ich mein Ziel erreicht», sagt Gysin.

Mittlerweile ist die Liestalerin seit über 40 Jahren als freischaffende Puppenspielerin unterwegs. Sie kenne weltweit nur noch zwei andere Frauen, die vom Puppenspiel leben, sagt Margrit Gyin. Auch bei ihr sei das lange Zeit schwierig gewesen: «Ich habe mindestens 15 Jahre lang mit meiner Familie unter dem Existenzminimum gelebt. Es war sehr viel Arbeit, aber auch ein tolles, reiches Leben – ich will kein anderes», so die heute 68-jährige Margrit Gysin.