Lörracher Oberbürgermeister: «Bei uns herrscht Wohnungsnot»

Der Druck auf den Wohnungsmarkt habe in letzter Zeit zugenommen, sagt Jörg Lutz. Beim grössten Wohnungsvermieter gibt es eine Warteliste von 2500 Interessenten für eine freie Wohnung. Aus ganz Deutschland kommen Menschen nach Lörrach, um von dort aus für die Arbeit in die Schweiz zu pendeln.

Jörg Lutz, Oberbürgermeister von Lörrach.

Bildlegende: Jörg Lutz, Oberbürgermeister von Lörrach. zvg

Im Januar hat die Schweizer Nationalbank den festen Wechselkurs zwischen Franken und Euro aufgegeben. Dies hat sich auch auf die Grenzstadt Lörrach bei Basel ausgewirkt.

In einer ersten Bilanz sagt der Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz: «Wir spüren zwei Phänomene: Erstens sind mehr Einkaufskunden in der Stadt, und zweitens wollen noch mehr Menschen in Lörrach wohnen und das hat den Druck auf den Wohnungsmarkt erhöht.»

Lange Wartelisten für Wohnungen

Es gibt Zahlen, die diese Beobachtung bestätigen. Die Städtische Wohnbaugesellschaft, mit 3000 Wohnungen die grösste Vermieterin in der Stadt, hat derzeit eine Liste mit 2500 Interessenten, die gerne eine neue Wohnung beziehen würden. Es werde allgemein immer schwieriger, eine Wohnung in Lörrach zu finden, sagt Jörg Lutz.

«  Das zieht Leute aus ganz Deutschland an. »

Jörg Lutz
Oberbürgermeister Lörrach

Den Ansturm auf Lörrach erklärt sich der Oberbürgermeister mit der attraktiven Lage. Es sei für viele Leute interessant, in Lörrach zu wohnen und in Basel zu arbeiten. «Das zieht Leute aus ganz Deutschland an», sagt Jörg Lutz.

Hinzu komme, dass Lörrach in den letzten Jahren die eigene Infrastruktur ausgebaut habe - und mittlerweile beispielsweise ein reichhaltiges kulturelles Leben habe.

Der Ansturm auf Wohnungen wird vor allem für jene Lörracher zum Problem, die nicht als Grenzgänger in der Schweiz arbeiten und daher auch nicht vom günstigen Wechselkurs profitieren können. Sie haben immer grössere Probleme, eine Wohnung zu finden. Jörg Lutz spricht daher von «Wohnungsnot», die in Lörrach herrsche.

(Regional Diagonal, 12:03 Uhr)