Lohn-Protest auf «Vierfeld»-Grossbaustelle Pratteln

Auf der Baustelle «Vierfeld» in Pratteln sind am Montag teilweise die Arbeiten eingestellt worden. Die Gewerkschaft Unia wirft dem Bauunternehmen Goger-Swiss massives Lohndumping vor.

Arbeiter und Gewerkschafter auf der Baustelle.

Bildlegende: Gewerkschafter und Gipserarbeiter protestieren gegen zu niedrige Löhne. zVg

Entlang der Bahngeleise in Pratteln entsteht eine grosse Überbauung. 300 Wohnungen entstehen, zusammen mit einer 9000 qm grossen Fläche für Dienstleistungen.

Doch seit heute Morgen läuft bezüglich Gipserarbeit nichts mehr auf der Baustelle. Die Gipserinnen und Gipser streikten. Sie legten ihre Arbeit ab und wehrten sich so gegen den zu kleinen Lohn, den ihnen die Firma «Goger-Swiss» ausbezahlt.

Die Firma «Goger-Swiss» sei bekannt für Lohndumping, sagt Gewerkschafter Hansueli Scheidegger von Unia. Im Raum Zürich seien sie schon mehrmals negativ aufgefallen.

Unia verurteilt die Firma «Goger-Swiss», nimmt aber auch die drei Bauherren in die Pflicht. Bauherren bei der Überbauung in Pratteln sind nämlich die Pensionskasse der Migros sowie die beiden Versicherer Mobiliar und Helvetia. «Wir haben die Bauherren informiert», sagt Scheidegger. «Sie sind jetzt aufgefordert, zu handeln und zu zeigen, dass sie diese Zustände auf der Baustelle nicht mehr akzeptieren.»

Wer trägt Verantwortung?

Die drei Bauherren distanzieren sich von den Vorwürfen und verweisen darauf, dass sie über keinen Vertrag mit dem beschuldigten Subunternehmen «Goger-Swiss» verfügen würden. Im Gegensatz dazu hat das Bauunternehmen «Implenia» aber einen Vertrag mit «Goger-Swiss». Doch auch Implenia gibt den Schwarzen Peter weiter: «Wir erwarten von unseren Subunternehmen, dass sie sich an die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Schweiz halten.»

Zuletzt gibt es noch eine kantonale Kontrollstelle, die Missstände wie Lohndumping und Schwarzarbeit auf Baustellen aufdecken soll. Die Zentrale Paritätische Kontrollstelle hat heute, nachdem Unia auf das mögliche Lohndumping aufmerksam gemacht hat, die Baustelle besucht. Zuvor hat sie sich aber nicht für zuständig befunden, sondern verwies auf die Zürcher Behörden, die bereits ein Verfahren gegen die Firma Goger eröffnet habe.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)