Marode Umfahrung Liestal muss notfallmässig saniert werden

Die Umfahrungsstrasse von Liestal ist in einem dermassen schlechten Zustand, dass Teile einer Brücke sogar abbrechen könnten. Deshalb muss der Kanton jetzt notfallmässig 10 Millionen Franken einschiessen, um zu verhindern, dass die Umfahrung für Lastwagen total gesperrt werden muss

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Umfahrung Liestal muss notfallmässig saniert werden

3:18 min, aus Schweiz aktuell vom 6.1.2016

Am schlimmsten steht es um die rund 900 Meter lange Brücke über die Ergolz. Brückenteile könnten «partiell versagen», schreibt die Regierung in einer Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament. Was dies konkret bedeutet erklärt Urs Hess, Leiter Kantonsstrassen des Tiefbauamts: «Wir können garantieren, dass die Brücke im Moment den Verkehr zur Zeit tragen kann. Aber wenn ein schweres Fahrzeug zu weit auf die Seite abweicht, könnte dies unter Umständen ausbrechen und von der Brücke fallen.»

Ursprünglich wollte die Baudirektion den Strassenabschnitt für Lastwagen sogar komplett sperren. Darüber informierte die Baudirektion die Liestaler Behörden. Stadtrat Franz Kaufmann erinnert sich gut an den Moment, als er von diesen Plänen erfuhr: «Wir sind wahnsinnig erschrocken und haben auch sofort interveniert.»

Rund Tausend Lastwagen fahren pro Tag über die Umfahrung Liestal. Wenn diese bei einer Sperrung ausweichen müssten, würde der Verkehr durch Liestal zusammenbrechen. Dies schreibt sogar die Regierung in ihrer Antwort auf den Vorstoss im Parlament. Deshalb wehrte sich der Liestal Stadtrat auch mit Händen und Füssen gegen eine Totalsperrung.

«  Wenn ein schweres Fahrzeug zu weit auf die Seite abweicht, könnte dies unter Umständen ausbrechen und von der Brücke fallen. »

Urs Hess
Leiter Kantonsstrassen, Tiefbauamt

Jetzt will die Baudirektion die Brücke doch noch notdürftig flicken. Auch wenn der Kanton nur das Allernötigste macht, sind diese Sofortmassnahmen alles andere als billig: Zehn Millionen Franken kosten diese Notmassnahmen etwa. Dies zeigen Recherchen des Regionaljournal Basel. Und dies in einer Situation, in welcher der Kanton jeden Franken zweimal umdreht und sogar die kleinsten Budgetposten streicht, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen.

Für den Grünliberalen, ehemaligen Landrat Gerhard Schafroth, der das ganze im Parlament ins Rollen brachte, eine unhaltbare Situation: «Die Bauverwaltung hat die Planung des Unterhalts dieser Strasse komplett verschlafen. Die Finanzverwaltung hat keine Finanzen zur Verfügung gestellt und jetzt haben wir wie an vielen anderen Orten bei der Infrastruktur im Kanton einfach ein Desaster»

(Regionaljournal Basel, 12:03 Uhr/17:30 Uhr)