Midnight Basketball für eine bessere Integration

Vor 16 Jahren startete die Gesellschaft zum Bären das Projekt Midnight Basketball in der Dreirosenhalle. Ziel ist die bessere Integration der Ausländer im Kleinbasel. Mittlerweile sind die Bärennächte, wie sie auch genannt werden, nicht mehr aus dem Kalender der Jugendlichen wegzudenken.

Kopf von Ambros Isler, der in der Turnhalle des Schulhauses Dreirosen steht

Bildlegende: Ambros Isler am Samstag Abend in der Dreirosenhalle SRF

Jeden Samstag treffen sich unzählige Jugendliche zum Basketball Spielen in der Turnhalle des Schulhauses Dreirosen. Die Jugendlichen organisieren alles selbst und spielen auf verschiedenen Feldern ohne Schiedsrichter bis um Mitternacht. Initiiert wurde der Anlass von der Gesellschaft zum Bären, die sich für ein friedliches zusammenleben im Kleinbasel einsetzt.

Mittlerweile sind die Bärennächte so beliebt, dass auch für kleinere Kinder ein Angebot aufgebaut wurde. Am Mittwoch Nachmittag treffen sich die Sechs- bis Zehnjährigen zum Basketballspielen ebenfalls in der Turnhalle des Schulhauses Dreirosen. Aus diesem Engagement und mit dem Erfolg der verschiedenen Trainings und der Bärennächte entstand der Basketballclub Bären.

Bau der Nordtangente führt zur Wiederbelebung des Bären

Eine treibende Kraft hinter dem Projekt ist Ambros Isler. Als Kleinbasler und Arzt mit einer Praxis im Kleinbasel kennt er die Sorgen und Nöte der Bevölkerung des «Minderen Basel» gut. «Als die Nordtangente gebaut wurde, war die Belastung für die Bevölkerung enorm hoch. Sündenböcke wurden schnell gefunden - es waren jene Menschen, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben.»

Im Restaurant «Zum Schwarzen Bären» an der Basler Rheingasse hängt ein Bild mit den vier Kleinbasler Ehrenzeichen: Leu, Wild Maa, Vogel Gryff … und ein Bär. Nach einer alten Legende war der grosse schwarze Bär früher als viertes Wappentier die Symbolfigur für das freie, offene und unabhängige Kleinbasel. Doch das Engagement der Gesellschaft zum Bären gefiel nicht allen Mächtigen in der Stadt. Die Gesellschaft wurde aufgelöst.

Der Bär ist zurück

1998 wurde diese Legende wieder entdeckt. Es war die Zeit, als das Anwachsen der Bevölkerung ausländischer Herkunft im Kleinbasel die Gemüter bewegte. Es war aber auch die Zeit, als die Nordtangente gebaut wurde und der Unmut bei der Bevölkerung im unteren Kleinbasel wuchs. Gleichzeitig litt das Quartier auch unter dem Drogenhandel.

Ein gemeinsames Geburtstagsfest von einer Ärztin und drei Ärzten aus der Praxis Hammer im Herzen Kleinbasels war der Tag, an dem sich Wundersames ereignete. Der schwarze Bär tauchte wieder auf und tanzt seither wieder jedes Jahr am Bärentag (12. Januar) durch das Kleinbasel. Begleitet wird er durch den Klang eines Büchel, eine Art Alphorn, und einer Trommel.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)