Mitarbeiter der Baselbieter Firma Harlan sind im Warnstreik

Die Angestellten fordern eine verlängerte Konsultationsfrist, um möglicherweise Arbeitsplätze retten zu können. Zudem wollen sie, dass die Regierung Druck macht auf die Harlan-Firmenleitung. Der Baselbieter Volkswirtschaftsdirektor unterbrach seine Ferien, um die Protestierenden zu empfangen.

Die Mitarbeiter von Harlan vor dem Firmensitz in Itingen.

Bildlegende: Die Mitarbeiter von Harlan vor dem Firmensitz in Itingen. SRF

Mit einem Warnstreik haben am Montag Angestellte des von der Schliessung bedrohten Auftragsforschungsunternehmens Harlan in Itingen BL eine verlängerte Konsultationsfrist gefordert. Rund 70 Angestellte verlangten vor dem Regierungsgebäude in Liestal zudem Unterstützung des Kantons.

Der Warnstreik dauerte laut der Gewerkschaft Unia ungefähr eineinhalb Stunden. Ein Teil der über 220 Stellen umfassenden Belegschaft begab sich derweil in einem kurzen Demonstrationszug durch Liestal vors Baselbieter Regierungsgebäude.

«Wir kämpfen für unsere Arbeitsplätze», hiess es auf Transparenten. Vor dem Gebäude wurden die Teilnehmer von Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber empfangen. Ein Unia-Sprecher forderte Unterstützung durch kantonale Stellen. Das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) sei zwar bereit zu vermitteln, doch der Kanton müsse für den Erhalt des Unternehmens Partei ergreifen.

Thomas Webers Plädoyer für die freie Marktwirtschaft

Thomas Weber antwortete, auch der Kanton habe alles Interesse an möglichst vielen Arbeitsplätzen. Das KIGA habe sich bei der Firma für eine längere Konsultationsfrist eingesetzt und die Teilnahme an einem Gespräch «im vermittelnden Sinne» angeboten. Der Entscheid über die Zukunft des Betriebs liege jedoch bei Harlan. «Wir leben in einer privatwirtschaftlichen Welt.» Das sei hochzuhalten, sonst gehe es dem Standort schlecht.

Die dreiwöchige Frist im Konsultationsverfahren läuft am Dienstag ab. Für eine Fristverlängerung bestehe indes wenig Spielraum, sagte am Montag ein Sprecher des Unternehmens. Dass die Lage des Betriebs problematisch sei, sei schon länger bekannt, und trotz Restrukturierungen habe sich die Situation nie verbessert.

Neue Besitzerfirma

Das US-Unternehmen Harlan Laboratories war auf den 1. Mai von der britischen Huntington Life Sciences (HLS) übernommen worden. HLS kündigte Mitte September die Teil- oder Vollschliessung des Schweizer Standorts in Itingen an. Begründet wurde der Schritt mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen für die Auftragsforschung in der Schweiz.