Nach 10 Jahren sagt Karl Willimann dem Landrat Ade

Der 70jährige SVP-Politiker hatte am Donnerstag seinen letzten Sitzungstag im Baselbieter Kantonsparlament.

Mit «Standing Ovations» hat am Donnerstag der Baselbieter Landrat einen prägenden Politiker verabschiedet: der inzwischen 70jährige Karl Willimann.

In der Würdigung am Schluss der Sitzung liess Landratspräsident Jürg Degen nochmals die Leistungen Willimanns Revue passieren. 2003 wurde er ins Paralament gewählt. Als Naturwissenschaftler und nebenamtlicher ETH-Dozent wurde er von seiner Fraktion in die Bildungs- Kultur- und Sportkommission des Landrats «gedrängt» und übernahm dort auch das Präsidium bis 2012.

Über Parteigrenze hinaus geschätzt

In seiner Amtszeit wurden wichtige Geschäfte beraten, wie der Beitritt zum Harmos-Konkordat oder Vertrag für eine gemeinsame Fachhochschule Nordwestschweiz. Besonders für diese hatte er sich intensiv eingesetzt. Der starke Applaus zum Abschied zeigt, wie sehr Karl Willimann über die Parteigrenzen hinaus akzeptiert wird. Seine sachliche, faire Art des Politisierens wurde von links bis rechts geschätzt.

Dies, obwohl Willimann inhaltlich als SVP-Hardliner gilt. Er trat verhältnismässig spät in die Politik ein. 1983, mit 41 Jahren wurde er SVP-Mitglied. Rund zehn Jahre später, 1994, wurde er als Präsident gewählt - und führte die Partei in der Folge stramm auf rechtsbürgerlichen Kurs nach Zürcher Vorbild und auch in den Erfolg. Die SVP verdoppelte unter seiner Leitung den Wähleranteil auf fast 22 Prozent (Landratswahlen 2003) und machte die SVP zur grössten bürgerlichen Partei im Baselbiet.

Abschied fällt schwer

Im Gespräch begründet Karl Willimann, warum er sich nach seinem Rücktritt aus dem Landrat nicht mehr in die Politik «einmischen» wolle und erzählt, wie er das «nach-politische» Loch füllen wird. Dem «Animal politique» Karl Willimann merkt man an, dass ihm der Abschied aus der Politik nicht leicht fällt.