Nach dem Nein aus dem Baselbiet: Margarethenstich nun erst recht?

Nach dem wuchtigen Nein zur Kantonsfusion aus dem Baselbiet steht das nächste gemeinsame Projekt der beiden Basel auf der Kippe: Die neue Tramverbindung zwischen Binningen und Basel über den Margarethenstich. Jetzt werden die Karten unter den Gegnern aber offenbar neu gemischt.

Kreuzung mit Autos

Bildlegende: Der Margarethenstich auf der Kantonsgrenze. Hier soll das Tram aus dem Leimental rechts abbiegen SRF

Vor ein paar Monaten noch liebäugelten die SVP und die LDP mit dem Referendum, falls der Grosse Rat dem Projekt Margarethenstich zustimmen sollte. LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein sagte damals: «Es geht ja immerhin um 20 Millionen Franken für eine Linie, von welcher die Basel-Städter viel weniger proftieren als die Bewohner der Landschaft.»

Doch jetzt scheint zumindest ein Liberaler umzuschwenken, der LDP-Grossrat und Mitglied der Verkehrskommission, Heiner Vischer: «Es wäre ein grosser Fehler, wenn man jetzt den Margarethenstich in Frage stellen und nur noch Erbsen zählen würde.» Wenn man also nur darauf achten würde, wie stark nütze das Projekt Basel-Stadt, wie viel profitiere Baselland.

Heiner Vischer hat sogar extra ein Hearing organisiert mit der Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro, dem Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels und den beiden Chefs der BLT und BVB. An diesem Hearing konnten sich Grossräte aus allen Parteien ein Bild machen und Fragen stellen zum 27 Millionen Franken teuren Projekt, dessen Kosten sich die beiden Basel teilen. Es sei ihm wichtig, dass sich das Parlament bei seinem Entscheid auf Fakten stütze und sich nicht von Emotionen lenken lasse, erklärt Heiner Vischer.

Karte mit Tramlinien

Bildlegende: Um dieses kurze Stück Tramlinie geht es. zvg

Für die SVP hingegen ändert die Abstimmung nichts an ihrem Widerstand gegen das neue Tramstück. Für Grossrat Joel Thüring ist und bleibt das Projekt überflüssig. «Das ist kein Projekt, das den Städtern nutzt.» Falls es doch gebaut werden sollte, müsste das Baselbiet alles zahlen, obwohl das geplante Teilstück auf Basler Boden liege.

(Regionaljournal Basel, 12:03 Uhr)