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Nachfolger gesucht In Basel suchen überdurchschnittlich viele Betriebe Käufer

Viele KMU-Betreiber halten es lieber geheim, dass sie bald ihren Betrieb abgeben möchten.

In der Nordwestschweiz sind besonders viele KMU-Besitzer auf der Suche nach einer Nachfolge. Über 15 Prozent der KMUs stehen zum Verkauf, zeigt die neuste Nachfolge-Studie KMU Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster. Den Grund dafür verrät die Studie nicht.

Eine Vermutung hat Carla Kaufmann. Sie betreibt eine Plattform für Beraterinnen und Berater, welche Unternehmer bei der Nachfolgeregelung unterstützen. Sie vermutet, dass es an der Branche liegt, die in der Region stark vertreten ist. So gebe es in der Region Basel sehr viele alte Industriebetriebe, die wellenartig alle dreissig Jahre auf der Suche nach Nachfolgern seien.

Viele wissen nicht, dass es Interessenten gäbe

Oftmals suchen KMU-Betreiber über viele Jahre eine Nachfolge. Auf der anderen Seite suchen viele Jungunternehmerinnen und Unternehmer einen Betrieb, den sie gerne übernehmen würden. Doch beide Seiten wüssten kaum voneinander, sagt Hansjörg Domenic, langjähriger Berater von Unternehmen auf der Suche nach Nachfolgern. Denn viele KMU-Betreiber hielten es lieber geheim, dass sie bald ihren Betrieb abgeben möchten. «Sie wollen die Angestellten und auch die Kundschaft nicht verunsichern. Zudem könnte die Konkurrenz die Lage ausnutzen und Kunden abwerben», sagt Domenic.

Deshalb müsste die Beratung sehr diskret erfolgen. Allerdings wüssten viele nicht einmal, dass sie sich bei der Suche nach einer Nachfolgeregelung an Beraterinnen und Berater wenden könnten.

Nachfolgebus bietet niederschwellig Hilfe an

Der sogenannte «Nachfolgebus» soll hier Hilfe bieten, betont Carla Kaufmann. Mit diesem Bus fahren 15 Beraterinnen und Berater von Stadt zu Stadt und machen so auf die Problematik aufmerksam. Es soll ein niederschwelliges Angebot sein, bei dem beide Seiten in einem kostenlosen Erstgespräch beraten werden, sowohl KMU-Betreiber, die ihr Unternehmen abgeben möchten wie auch solche, die ein Unternehmen suchen. Auch wenn der Betrieb in der eigenen Familie bleiben soll und an die nächste Generation übergeben werden soll, bieten die Beraterinnen und Berater Hand.

Ein Betrieb, dem die Übernahme innerhalb der Familie geglückt ist, ist das Basler Orthopädie-Geschäft René Ruepp. Dieses übernehmen im Sommer die beiden Töchter. Bis es so weit war, habe es aber viele emotionale Diskussionen am Familientisch gegeben, sagen alle Familienmitglieder.

Wenn die Übergabe innerhalb der Familie nicht gelingt, springen oft Investoren ein. Ein solcher Investor ist Adrian Oberli. Auch er war früher Berater für Nachfolgeregelungen, bis er selber Lust bekam, ein Unternehmen zu führen. Deshalb übernahm er zunächst ein Elektrogeschäft in Münchenstein und kurz darauf ein solches in Reinach. Beides seien rentable Familienunternehmen gewesen, die innerhalb der Familie keine Nachfolger fanden. Er führe nun beide Unternehmen im Sinn der Familie, sagt Oberli.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Auch schon mal überlegt,dass die derzeitige Regierung alles tut,um Handwerksbetriebe zu vergraulen?Parkplätze weg,Innerstadtsperre,Umzonungen von Industriearealen in Kommunalwohnungsbau,Schulsystem nur auf akademische Ausbildung ausgelegt. Tramlinien,die die deutschen Läden bedienen.Wer nicht schon disloziert ist,gibt auf.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Da wird wieder mal eine Welle bemueht, wo eine Sumpfbluete des Verdichtungsstress massiv dauernd zuschlaegt. Wenn der Ostfamilienbetrieb mit Gratisarbeit der Angehoerigen die Haare zum halben Tarif schneidet oder seinen "Tante Emma"-Laden bald rund um die Uhr und den Kalender offenhaelt, und der Lohn- und Rentenabhaengige jeden Rappen umdrehen muss, statt einheimisches Schaffen zu ehren, geht jede Binnenwirtschaft zur Sau....
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