Nein zur Fusion der beiden Basel – von Binningen bis Tschoppenhof

Die grosse Überraschung der Fusions-Abstimmung im Baselbiet ist nicht das Nein an sich, sondern die Deutlichkeit, mit der sich sämtliche 86 Gemeinden gegen eine Wiedervereinigung mit Basel-Stadt gestellt haben. In der Gemeinde Tschoppenhof sagten ganze 96% Nein zur Fusion.

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Nachzug Fusion

3:48 min, aus Schweiz aktuell vom 29.9.2014

«Wir hätten nicht Baselbieterinnen und Baselbieter bleiben können nach einer Fusion», sagt Sonja Gschwind, parteilose Gemeindepräsidentin von Liedertswil, im Baselbiet nur «Tschoppenhof» genannt. Hier im Waldenburgertal ging es bei dieser Abstimmung um Identität, genauer um die Angst vor Identitätsverlust. Sonja Gschwind legte darum ein Nein in die Urne – und mit ihr taten das insgesamt 90 der 94 Stimmbürger, die gestern an die Urne gingen.

Angst vor höheren Steuern

Ganz anders gelagert sind die Motive für ein Nein zur Fusion in der Vorortsgemeinde Binningen. Von den knapp 10‘000 Abstimmenden votierten «nur» rund 56% gegen den Zusammenschluss mit dem Stadtkanton. Der Binninger Gemeindepräsident Mike Keller von den FDP/Liberalen nennt die «Angst vor höheren Kosten» als einen der Gründe für das Nein. Hier ging es den meisten nicht um Identität, sondern um das Portemonnaie.