Neubau Kinder- und Jugendpsychiatrie wieder Thema im Parlament

Im Baselstädter Parlament stellte diesmal FDP-Grossrat und Arzt Christoph Holenstein kritische Fragen zum Standort. Gesundheitsdirektor Carlo Conti betonte in seiner Antwort, auch medizinische Fachleute hätten sich für einen Neubau auf dem Areal der Erwachsenenpsychiatrie gewesen.

Ein hoher Zaun, dahinter sichtbar ein Sportplatz und die UPK.

Bildlegende: Neubau für Jugendpsychiatrie auf dem Areal der UPK? Der Standort am Stadtrand bleibt umstritten. Keystone

Im Grossen Rat wurde die Zentralisierung der Kinder- und Jugend-Psychiatrie auf dem Gelände der Erwachsenenpsychiatrie UPK an der städtischen Peripherie erneut zum Thema. Gesundheitsdirektor Carlo Conti (CVP) beantwortete kritische Fragen von FDP-Grossrat und Arzt Christoph Holenstein.

Bisher kritisierten medizinische Kreise, der Standort UPK seit «stigmatisiert», das bisherige Image ein Nachteil, es würde die Schwellenangst für Eltern betroffener Kinder erhöhen. Dies brachte den Medizinern wiederum Kritik ein, sie würden mit diesem Argument das negative Image selbst weiter befördern.

Holenstein brachte nun vor allem medizinische Vorbehalte an und illustrierte mit einem Extrembeispiel, wie im Regionaljournal Basel zu hören ist. Der Standort am Stadtrand sei ungeeignet, da auch die Gerichtspsychiatrie auf dem gleichen Gelände sei. Es bestehe etwa das Risiko, dass auf dem Gelände das Opfer eines sexuellen Missbrauchs auf seinen Täter treffen könnte.

Bei verschiedenen Krankheitsbildern, so bei Anorexie, brauche es auch andere Arten von medizinischer Betreuung als die Psychiatrie - auch darum sei die Lage am Rande der Stadt wenig geeignet. Holenstein fragte, warum die Regierung für die Wahl des Standorts medzinische Fachleute zu wenig angehört habe.

Carlo Conti ging in seiner Antwort vor dem Grossen Rat vor allem auf die fehlenden Alternativen ein. Andere Areale seien geprüft worden und verworfen worden. Es sei falsch, dass die Regierung Fachleute nicht befragt habe, so ist Conti im Regionaljournal Basel zu hören. Doch auch Fachleute hätten den Standort bei der UPK empfohlen. Christoph Holenstein zeigt sich von der Antwort nur teilweise befriedigt.

Das Thema wird im Parlament erneut zu diskutieren geben. Eine Petition verlangt ebenfalls, die Standortwahl für den Neubau nochmals zu überdenken und die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Stadtzentrum zu realisieren.