Neue Anlaufstelle für Prostituierte in der Region Basel

Die römisch-katholische Kirche schafft eine «Seelsorgestelle im Tabubereich» (SiTa). Diese soll das frühere Aids-Pfarramt ersetzen.

Frau steht auf Strasse

Bildlegende: Sexarbeiterinnen sollen eine neue Anlaufstelle erhalten (Symbolbild). Keystone

Die Synode der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt hatte der Schaffung einer solchen Stelle bereits zugestimmt. Am Dienstagabend sagte nun auch die Synode Baselland Ja. Die Stelle soll auf den 1. Januar 2016 geschaffen werden und zwar mit einem Pensum von 40 Prozent. Die Stelle wird im Sommer ausgeschrieben.

Rund 2400 Prostituierte sind im Raum Basel offiziell gemeldet. Eine niederschwellige Anlaufstelle sei für Sexarbeiterinnen wichtig, sagt die Basler Diakonie-Beauftragte Sarah Biotti. Viele dieser Frauen seien einsam und alleine mit ihren Problemen: «Da geht es zum Beispiel um Aufenthaltsbewilligungen, um Kinder in der Heimat, um Wohnungen und um rechtliche Fragen.»

«Die Aufgabe der Stelleninhaberin wird vor allem darin bestehen, Raum für die Geschichten der betroffenen Menschen im Sexworkbereich zu bieten, sich mit den bestehenden Stellen zu vernetzen und sie in ihrer Arbeit mit einem spirituellen Fokus zu ergänzen», schreibt die Kirche in einer Mitteilung. Die römisch-katholische Kirche beider Basel wolle damit ihren Willen bekräftigen, sich an den Rändern der Gesellschaft zu engagieren.