Neue Diskussionen um den Gundelitunnel in Basel

Nach dem Ja des Baselbiets zur Umfahrung Allschwil fordert Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser, dass Basel-Stadt vorwärts macht mit dem Gundelitunnel. Basels Baudirektor Hans-Peter Wessels spielt den Ball aber ins Baselbiet zurück.

Das Bild zeigt einen Autobahntunnel.

Bildlegende: Ein Tunnel unter dem Gundeldinger Quartier könnte die Stadt vom Autoverkehr entlasten (Symbolbild). Keystone

Die Gemeinde Allschwil soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Dies hat das Baselbieter Stimmvolk am Wochenende beschlossen. Erstens ist ein Tunnel unter dem Dorf hindurch vorgesehen, um den Dorfkern von den Autos zu befreien. Und zweitens soll eine neue Strasse das boomende Gewerbegebiet Bachgraben an die Nordtangente, also an die Basler Autobahn, anschliessen.

An beiden Enden der Umfahrung muss Baselland die Planung mit Basel-Stadt koordinieren. Deshalb erwartet Christoph Buser, Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer, dass Basel vorwärts macht. «Die Umfahrung Allschwil wird hoffentlich ergänzt mit dem Gundelitunnel.»

Der Tunnel unter dem Gundeldinger-Quartier würde den Strassenring um Basel vervollständigen. Autofahrer könnten in Allschwil in einen Tunnel einbiegen und unterirdisch durchs Gundeli direkt auf die Autobahn fahren. Christoph Buser erwartet vom Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels nun Taten statt Worte: «Seit 1960 gibt es einen Beschluss, dass der Bund ganz grosse Teile des Gundelitunnels zahlen würde.» Bislang habe Hans-Peter Wessels nicht vorwärts gemacht. «Er hat immer gesagt: Wir müssen wissen, was Baselland macht. Diese Ausrede ist nun vorbei.»

Wessels wehrt sich

Hans-Peter Wessels wehrt sich jedoch gegen diesen Vorwurf. Von einer Ausrede könne keine Rede sein. «Das ist völlig absurd. So wie der Gundelitunnel bis jetzt projektiert ist, kann er nicht angeschlossen werden an eine stadtnahe Tangente von Baselland. Darum macht es Sinn abzuwarten, wie sich Baselland entscheidet.»

Hans-Peter Wessels spielt den Ball zurück ins Baselbiet. Der Landrat müsse in diesem Jahr grundsätzlich entscheiden, wie das Birseck und das Leimental vom Durchgangsverkehr entlastet werden sollen. Dieses Projekt mit dem Namen Elba sieht als Lösung einen Strassenring vor, der im Gundeli anfängt und aufhört bei der Nordtangente zwischen Basel und Allschwil.

Auch der Nordtangenten-Anschluss liegt in Basel-Stadt. Aber auch dort seien Basel die Hände gebunden. Man warte schon seit 20 Jahren auf Baselland. «Wir wären schon lange froh, wenn der Zubringer Allschwil gebaut werden könnte, weil er Basel-West entlasten würde.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)