Neue Jüdische Gemeinde in Lörrach feiert ihren 20. Geburtstag

Nach dem Zweiten Weltkrieg rechnete wohl kaum jemand damit, dass in Deutschland wieder jüdisches Leben entstehen könnte. Fast alle Überlebenden waren emigriert, an Rückkehr dachten die wenigsten. Zugewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion sorgten dann für den Aufschwung- auch in Süddeutschland.

Synagoge in Lörrach.

Bildlegende: Synagoge in Lörrach. Wladyslaw Sojka/www.sojka.photo

Die neugegründete Jüdische Gemeinde Lörrach konnte am Wochenende ihren 20. Geburtstag feiern. Sie tat das dort, wo sie einst auch das Licht der Welt erblickt hatte - im Dreiländermuseum.

Museumsleiter Markus Moehring freute sich denn auch entsprechend über den Anlass: «Die Jüdinnen und Juden waren in unserer Stadt immer eine klare Minderheit, aber ebenso klar gehören sie mit dazu.»

Ähnliches ist auch vom Gemeinderabbiner Mosche Flomenmann zu hören, der seit fünf Jahren in Lörrach amtiert. «Wir sind auf gutem Weg», findet er. Seit 2008 verfügt die Gemeinde wieder über eine Synagoge, geplant sind in nächster Zeit eine Kinderkrippe, ein koscheres Kaffee und sogar ein rituelles Tauchbad, die Mikwa.

Mehr Antisemitismus in jüngster Zeit

Andererseits muss sich auch die Jüdische Gemeinde in Lörrach in letzter Zeit vermehrt mit antisemitischen Vorfällen auseinandersetzen. Aus diesem Grund überlegt sie sich auch, mehr Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. «Das ist heute leider eine Realität - auch in Lörrach» sagt dazu Rabbiner Flomenmann.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)