Neues Einkaufszentrum für Weil am Rhein?

Dank Eurokurs und direkter Tramverbindung ist Weil am Rhein für viele Baslerinnen und Basler ein Einkaufsparadies. Um die süddeutsche Grenzstadt noch attraktiver zu machen, will die Stadtregierung jetzt ein weiteres Einkaufszentrum bauen lassen. Am Sonntag kommt es zum Bürgerentscheid.

Das geplante Einkaufscenter «Dreiländergalerie»

Bildlegende: Das geplante Einkaufscenter «Dreiländergalerie» an der Hangkante in Weil am Rhein (Visualisierung). ZVG, Cemagg GmbH

Es ist bereits der zweite Bürgerentscheid zu diesem Thema innert vier Jahren: 2011 lehnte eine klare Mehrheit der Weiler Pläne für ein neues Kaufhaus ab. Das neue Projekt sieht nun vor, das Grundstück an der Hangkante im Westen der Weiler Innenstadt an die Hamburger Cemagg GmbH zu verkaufen, damit diese dort ein Einkaufscenter baut. Mit einer Verkaufsfläche von 16'500 Quadratmetern soll dieses deutlich kleiner werden als jenes, das 2011 geplant war.

Kommt man auf dem Weiler Rathausplatz ins Gespräch mit Passanten, hört man, dass das Projekt umstritten ist. Viele Weilerinnen und Weiler finden, es gebe schon genügend Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. «Wir haben hier schon den "Kaufring" und die "Insel", die würden sicher darunter leiden», sagt etwa ein junger Mann. Andere dagegen hoffen auf ein erweitertes Angebot, welches auch neue Kundensegmente anziehen könnte.

Angst vor mehr Verkehr und übervollen Geschäften

Einige Weilerinnen und Weiler befürchten, dass ein weiteres Einkaufscenter für noch mehr Verkehr sorgen könnte. Bereits heute leiden viele darunter, dass wegen der Schweizer Einkaufstouristen die Läden voll und die Strassen überbelastet sind. Ganz verzichten will auf den Einkaufstourismus aber niemand: «Wir haben nun mal eine Grenzlage und man profitiert gegenseitig», findet eine Frau.

Das Versprechen der Stadtregierung, die «Dreiländergalerie» könne sich zum neuen Stadtzentrum und zum Treffpunkt entwickeln, zieht bei vielen Bürgern nicht. «Nur mit Geschäften kann man kein Zentrum bilden», sagt eine Weilerin. Und eine junge Frau pflichtet ihr bei: «Es wäre schön, wenn die Stadtplanung etwas abwechslungsreicher wäre, aber Einkaufszentren gibt es hier schon mehr als genug.»

Bürgerentscheid braucht 25% Zustimmung oder Ablehnung

Damit der Bürgerentscheid gültig ist, müssen genug Leute an die Urnen gehen. Mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten muss dafür oder dagegen stimmen.
Kommt dieses Quorum nicht zustande, so gilt der Entscheid des Gemeinderats und das Einkaufscenter kann gebaut werden.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)