Oberes und unteres Baselbiet ticken beim Sport verschieden

Der Präsident des Baselbieter Turnverbands, Gerhard Knecht, sieht Unterschiede bei den Sportlern aus dem unteren und oberen Kantonsteil. Das sagt er anlässlich des 150 jährigen Bestehens des Baselbieter Turnverbands.

Gerri Knecht, Präsident des Kantonalturnverbandes Baselland.

Bildlegende: Gerhard Knecht, Präsident des Baselbieter Kantonalturnverbandes, wohnt selbst nicht in Baselland. SRF

Turnen sei ein volksverbundener Sport und habe patriotische Wurzeln. Das sagt der Präsident des Baselbieter Turnverbands, Gerhard Knecht, anlässlich eines kurzen erzählerischen Ausflugs in die Anfangszeiten seines Verbands. Gegründet worden sei er am 26. Juni in Waldenburg, aus vier Vereinen. Im Jahre 1992 habe man sich mit dem Frauenturnverband Baselland vereint und sei zum Baselbieter Turnverband geworden. Dieser habe 20'000 Mitglieder und keine Nachwuchsprobleme.

Nach «alter Väter Sitte»

«Die beiden Kantonsteile ticken auch beim Turnen nicht gleich», sagt Knecht über die Sporttreibenden des unteren und oberen Baselbiets. Das sehe man beispielswiese an Turnfesten wie jenem vom vergangenen Wochenende in Rünenberg, dem Regionalturnfest. Dieses sei ganz nach «alter Väter Sitte» abgehalten worden, sagt er. Die Traditionen halte man vor allem im oberen Kantonsteil hoch.

Unterschiede sehe er auch bei den Zugezogenen, beispielsweise aus der Stadt. «Sie kommen aus einer Struktur, wie beispielsweise Cliquen, und kommen schon mit einem Hobby ins Baselbiet. Deshalb gliedern sie sich nicht unbedingt an einem Verein an», glaubt er. Als Kantonalpräsident müsse er den Ausgleich schaffen, findet er, auch wenn es zwischen den beiden Kantonsteilen ab und zu eine Art Rivalität gebe.

Selbst wohnt Knecht allerdings weder im unteren noch im oberen Baselbiet, sondern im Kanton Basel-Stadt. Das habe einen Statutenwechsel des Verbands nötig gemacht. Grund ist die Praxis des Kantons Baselland, Gelder nur an innerkantonale Vereine zu vergeben. Nun sei der Sitz des Verbands Liestal, ganz unabhängig davon, wo der Präsident wohne.

Fahrentradition

Jeder Turnverein hat seine eigene Fahne. «Das ist ein wichtiges und wertvolles Symbol», sagt Knecht. Er verweist auf das eidgenössische Turnfest in Biel im vergangenen Jahr. Ohne Fahne wäre es bei so vielen Turnerinnen und Turnern sehr schwierig gewesen, den eigenen Verein zu finden, sagt Gerhard Knecht.