Oberwil will nachts das Licht ausknipsen

Oberwil muss sparen und will etwas gegen die Lichtverschmutzung tun. Der Gemeinderat will deshalb die Strassenbeleuchtung der Gemeindestrassen reduzieren. Die Kantonsstrassen bleiben beleuchtet. Das Projekt muss aber zuerst von der Gemeindeversammlung bewilligt werden.

Ein Riegelhaus in Oberwil an einer Strassenkreuzung mit zwei Strassenlaternen

Bildlegende: Bleibt es an dieser Kreuzung in Zukunft dunkel? Paul Menz

Andere Schweizer Gemeinden wie Baden (AG) oder Zollikon (ZH) haben es vorgemacht. Sie reduzieren nachts die Strassenbeleuchtung und sparen damit Geld. Nun sollen auch in Oberwil nachts gewisse Strassen dunkel bleiben.

Der Oberwiler Gemeinderat will nachts zwischen 1:00 und 5:00 Uhr auf die Strassenbeleuchtung verzichten und so jährlich 40‘000 Franken sparen. Betroffen sind alle Gemeindestrassen. Die Kantonsstrassen bleiben beleuchtet.

Ausnahme am Wochenende

Nur am Wochenende, wenn viele Jugendliche mit den Nachtbussen nach Hause kehren, sollen die Gemeindestrassen weiterhin beleuchtet sein. Sicherheitsbedenken hat die Oberwiler Gemeindepräsidentin Lotti Stokar keine und verweist auf andere Gemeinden, die positive Erfahrungen gemacht hätten.

Die Zürcher Agglomerationsgemeinde Zollikon, punkto Grösse mit Oberwil vergleichbar, schaltet bereits seit drei Jahren nachts die Strassenbeleuchtung aus. Martin Hirs, SVP-Gemeinderat und ehemaliger Polizeichef von Zollikon, zeigt sich rundum zufrieden. Die Sicherheit sei auch im dunklen Zollikon gewährleistet: «Die Kriminalität hat in den dunklen Strassen nicht zugenommen. Wir konnten mit dieser Massnahme einen wichtigen Beitrag leisten gegen die Energieverschwendung und Lichtverschmutzung.»

An der nächsten Gemeindeversammlung vom 4. März stimmt die Bevölkerung von Oberwil über die Sparmassnahme des Gemeinderates ab.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)