Offene Kirche will für viele offen sein - aber nicht für alle

Die Offene Kirche Elisabethen im Zentrum von Basel feiert ihr 20jähriges Bestehen. Sie will auch anderen Religionsgemeinschaft Angebote machen, gleichzeitig aber eine Kirche sein und auch bleiben.

Blick auf die Elisabethenkirche mit den Theater-Pyramiden im Vordergrund

Bildlegende: Die Elisabethen Kirche mitten im Herzen Basels Juri Weiss

Die Offene Kirche Elisabethen in Basel ist 20 Jahre alt. Von Anfang an wollte sie ein Ort sein, an dem neben Gottesdiensten auch anderes Platz hat, von Boxkämpfen über Tai-Chi-Kursen bis zur Segnung von Haustieren. Heute wird die Kirche von den beiden christlichen Landeskirchen betrieben; diese bezahlen der katholischen Leiterin Monika Hungerbühler und ab 1. September dem protestantischen Pfarrer Frank Lorenz den grössten Teil ihres Lohnes.

Offen auch für andere Religionsgemeinschaften

Darum sei auch klar, dass die Offene Kirche trotz aller Angebote an ein städtisches, kirchlich nicht gebundenes Publikum eben eine Kirche bleibe, sagt Monika Hungerbühler gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF: «Wir decken die Jesus-Darstellungen nicht ab.» Allerdings gehe man an Grenzen. So haben in der Offenen Kirche schon zweimal Ausstellungen buddhistischer Reliquien stattgefunden, was bei gewissen Kirchenräten zu «Stirnrunzeln» geführt habe, wie sich Monika Hungerbühler erinnert.

Nicht alles ist möglich

Und im Zusammenhang mit dem aktuellen Jubiläum liest man auch den Satz «Diese Kirche ist auch eine Moschee». Dieser Satz muss aber wohl eher symbolisch verstanden werden, denn eine praktische Umsetzung, etwa mit der Durchführung des fünfmaligen Gebet der Musliminnen und Muslime, wäre schwierig, räumt die Leiterin der Offenen Kirche ein: «Die Kirche ist auch oft vermietet und sie auch nur zeitweilig in eine Moschee umzuwandeln, wäre nicht praktikabel.»

Kein Gastrecht möchte Monika Hungerbühler auch rechten Parteien einräumen, die beispielsweise gewisse Menschengruppen angreifen würden. Und trotz ständiger Sponsorensuche gäbe es auch bei der Kommerzialisierung Grenzen: «Es sollen sich bei uns auch Menschen aufhalten dürfen, die nichts konsumieren möchten - oder können.»