Ohrenstöpsel statt Tinnitus für Basler Fasnächtler

Früher war es fast schon ein Tabu, heute wird es immer mehr zum Thema: Gehörschäden durch Piccolo-Klänge. Das Instrument kann bis zu 115 Dezibel laut sein, das ist fast so laut wie ein Presslufthammer. Eine Kampagne will für das Thema sensibilisieren.

Piccolo spielende Larve.

Bildlegende: Piccolo-Klänge sind ein Angriff auf empfindliche Kinderohren. Hansruedi Schär / SRF

«Zuerst hatte ich auf beiden Ohren Tinnitus, dann kam eine Lärmempfindlichkeit dazu», erzählt Silvia Fuchs. Die leidenschaftlicher Pfyfferin gründete 1998 ihre eigene Piccolo-Schule. Heute kann sie nur noch an zwei Tagen unterrichten, sie muss ihr Gehör schonen.

Silvia Fuchs ist kein Einzelfall. «Ich gehöre zu jenen, die sich mit Piccolospielen das Gehör ruiniert haben», sagt auch Rolf Auer vom Schwerhörigen-Verein Nordwestschweiz.

Gratis Gehörschutz

Der Schwerhörigen-Verein Nordwestschweiz und die Stiftung Laurenz für das Kind setzen sich mit einer gemeinsamen Kampagne dafür ein, dass dem Gehör mehr Sorge getragen wird an der Fasnacht. Sie geben deshalb kostenlose Ohrenstöpsel an die Jungen Garden ab.

Das Fasnachts Comité unterstützt diese Aktion. Pia Inderbitzin, beim Comité zuständig für den Nachwuchs: «Früher hat man das einfach nicht gewusst, dass das Piccolo die Ohren schädigen kann.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)