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In Basel können Gelegenheitskonsumenten die Qualität ihrer Drogen überprüfen lassen.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 14.01.2020.
abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
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Pilotprojekt der Suchthilfe Pillen, Pülverchen und Filzli - Drug Checking in Basel

Wie hoch dosiert ist diese Ectasy-Pille, und wie rein ist das Speed? Antworten darauf gibt es in einem Pilotprojekt.

Andrea (Name geändert) packt ein schwarzes Plastiktütchen aus. Sie hat ein bisschen Speed mitgebracht und möchte das Amphetamin analysieren lassen.

Seit einem halben Jahr ist dies jeden zweiten Montagabend möglich - "DIBS Drogeninfo Basel-Stadt", heisst das Pilotprojekt der Suchthilfe Basel.

Mit einem kleinen Spatel füllt Andrea ein wenig vom Speed in ein so genanntes Reaktionsgefäss, einen kleinen Plastikbehälter. Dieser wird später zur Analyse ins Institut für Rechtsmedizin gebracht.

Analyse und Gespräch

Ist die Probe abgegeben, folgt der zweite Teil des so genannten Drug Checking. Ein Gespräch. Jill Zeugin, Sozialarbeiterin und Leiterin des Projekts, setzt sich mit der Konsumentin hin und befragt sie zu ihrem Drogenkonsum. Das Gespräch ist obligatorisch: «Es geht darum, gemeinsam den Drogenkonsum zu reflektieren und wertfrei Fragen zu den Substanzen zu beantworten», so Zeugin.

Frau sitzt in Büro.
Legende: Jill Zeugin von der Basler Suchthilfe berät Gelegenheitskonsumentinnen von Drogen. SRF

Jeweils am darauffolgenden Donnerstag ist das Resultat der Analyse bekannt. Per Telefon teilt Jill Zeugin das Ergebnis mit. «Wenn das Kokain verunreinigt ist, beispielsweise mit Wurmmitteln, dann raten ich vom Konsum ab», so Zeugin. Ob die Konsumenten und Konsumentinnen dann den Finger davon lassen, könne sie aber nicht mit 100-prozentiger Sicherheit wissen: «Es ist den Konsumenten und Konsumentinnen selber überlassen, was sie mit dem Resultat anfangen. Für uns ist es wichtig, dass sie alle Infos zur Verfügung haben. Dann können sie einen informierten Entscheid treffen.»

Falsche Sicherheit?

Besteht nicht die Gefahr, dass sich Konsumenten oder Konsumentinnen in falscher Sicherheit wähnen - dann, wenn ihnen Jill Zeugin am Telefon mitteilt, der Stoff sei rein? «Unsere Devise lautet immer: Es gibt keinen risikofreien Konsum, es kann immer etwas passieren», so Zeugin, «aber nur, wer Bescheid weiss, kann entscheiden.»

Andrea freut sich auf alle Fälle darüber, dass sie ihr Speed testen lassen kann: «Es ist mir wichtig, dass ich weiss, wie hoch dosiert das Speed ist.»

Das Angebot ist gratis. Die Probe, die Andrea abgibt, ungefähr 10-20mg, bekommt sie allerdings nicht mehr zurück. «Aus rechtlichen Gründen», erklärt Sozialarbeiterin Jill Zeugin.

Foto der Internetseite mit aktuellen Warnungen.
Legende: Auf ihrer Webseite publiziert die Suchthilfe aktuelle Warnungen. SRF

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