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Planungsende Basler Parlament will vorerst keinen Gundeli-Tunnel

Blick aus einem Autofenster auf eine im Tunnel fahrende Autokolonne (Symbolbild)
Legende: Soll das Gundelingerquartier mit einem Tunnel umfahren werden? (Symbolbild) Keystone

Der Grosse Rat will nicht, dass Basel die Planung des Gundeli-Tunnels weiterführt. Eine entsprechende Motion wurde mit 43 Ja- gegen 40 Nein-Stimmen angenommen (fünf Enthaltungen und 11 Absenzen). Dafür stimmte mit SP und Grünem Bündnis auch die GLP, während SVP, LDP, FDP und CVP dagegen stimmten.

Blick auf den Richtplan des Kantons Baselstadt.
Legende: Im neuen Basler Richtplan ist der Gundeli-Tunnel immer noch (blaue Schraffur) eingezeichnet. zvg BVD

Die Linke sieht in der Planung des Gundeli-Tunnels Signale für latente Strassenausbaupläne. Das ist für das Grüne Bündnis respektlos angesichts des bisher nicht erfüllten Volksauftrags aus dem an der Urne angenommenen Gegenvorschlag zur Städteinitiative - dieser verlangt eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um zehn Prozent.

Gegen Denkverbot

Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP) wehrte sich gegen ein «Denkverbot», das der «radikale» Motionstext bringe. Zwar sei der Gundeli-Tunnel nach altem Muster «schon längst tot», aber man müsse einen Tunnel für die künftige koordinierte Verkehrsplanung als langfristige Option offen halten. Planungshorizont sei mindestens 2040.

Die LDP würde sich von einem Gundeli-Tunnel weniger Luftbelastung und Verkehr im Quartier erhoffen. Die FDP mahnte, der Vorstoss gefährde die Partnerschaft mit Baselland bei der Verkehrsplanung. Die CVP war dagegen, weil man Verkehrsfragen auf höherer Planungsebene koordiniert statt isoliert anhand eines Tunnelabschnittes lösen müsse.

Baselbieter Reaktionen

Bürgerliche Politiker aus dem Landkanton reagieren mit «grosser Enttäuschung» auf den Entscheid aus der Stadt. Man bedauert, dass die Planung über die Kantonsgrenze hinaus nicht weitergeführt werden kann. Erfreut sind dagegen rot-grüne Landräte und Ländrätinnen. Der Planungsstopp in der Stadt sei so etwas wie ein «Weihnachtsgeschenk».

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