Politiker wollen mitreden beim Lehrplan im Baselbiet

Eine Mehrheit der Bildungskommission des Landrats fordert, dass in Zukunft das Parlament die schulischen Inhalte bestimmt. Heute ist dafür mit dem Bildungsrat ein Fachgremium zuständig. Die Landratskommission lehnt zudem die geplanten Sammelfächer ab.

Schulzimmer mit Sekundarschülern.

Bildlegende: Der Lehrplan für die Baselbieter Sekundarschüler gibt zu reden. Keystone

Die Einzelfächer Geographie und Geschichte sollen künftig in der Sekundarschule im Sammelfach «Räume, Zeiten, Gesellschaft» zusammengefasst werden. Auch Physik, Biologie und Chemie werden zu einem Fach verschmolzen. Dies sieht der Lehrplan 21 vor.

Dagegen regt sich im Baselbiet Widerstand. Die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission des Landrats steht diesen Sammelfächern skeptisch gegenüber. Eine Mehrheit der Kommission lehnt ihre Einführung ab. Sie befürchtet «eine Nivellierung auf ein tieferes Bildungsniveau», wie Kommissionspräsident Paul Wenger (SVP) sagt. Über die Einführung der Sammelfächer entscheidet jedoch - Stand heute - nicht der Landrat, sondern der Bildungsrat. Die Landratskommission fordert daher, dass der Landrat diese Kompetenz erhalten solle. Überhaupt soll das Parlament in Zukunft über den Lehrplan bestimmen.

«Das Volk soll mitreden»

Hinter dieser Forderung steht auch Paul Wenger: «Es ist nicht falsch, die Bildung in einem gewissen Masse zu politisieren», sagt er. Gerade bei einschneidenden Veränderungen, wie sie der Lehrplan 21 mit sich bringe, solle der Landrat mitreden können. «Bei einem solch fundamentalen Wechsel sollte das Volk, respektive die Volksvertretung, entscheiden.»

Diese Haltung teilt eine Minderheit der Kommission nicht. SP-Landrat Christoph Hänggi, der ebenfalls in der Bildungskommission sitzt, sagt: «Die Politisierung der Bildung ist der falsche Weg.» Der Landrat solle die fachlichen Fragen dem Bildungsrat überlassen und nur die politische Stossrichtung vorgeben.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)