Pro Velo beider Basel kritisiert Kreuzung bei Luzernerring

Nach über drei Jahren Bauzeit weihte der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels am Samstag den neuen Kreisel zwischen Wasgen- und Luzernerring feierlich ein. Bereits jetzt gibt es aber Kritik: Pro Velo beider Basel beklagt, dass die Ringstrassen für Velofahrer nicht überall sicher seien.

Autos wechseln von zwei Fahrspuren auf eine.

Bildlegende: Heikle Stelle: Hier werden zwei Fahrspuren auf eine zusammengeführt. SRF/Sedrik Eichkorn

Matthias Schlatter, Vorstandsmitglied von Pro Velo beider Basel, ist die neue Strecke gleich selbst mit dem Zweirad abgefahren. Über die Kreuzung zwischen Luzernerring und Burgfelderstrasse sagt er: «Ich hatte das Gefühl, die Autos drängen mich ab. Das ist eine heikle Stelle.»

Die Umgestaltung des Luzerner- und Wasgenrings sei zwar an vielen Stellen velofreundlich, die Kreuzung sei aber sehr gefährlich. Das zeige auch ein Unfall, bei dem sich jüngst ein Velofahrer an dieser Stelle schwer verletzt habe, sagt Schlatter. Das Problem sei, dass die Autos dort von zwei Spuren auf eine wechseln müssen. Die Velofahrer haben dort aber keine eigene Spur und werden deshalb von den Autos zur Seite gedrängt. Dass diese Stelle nicht optimal ist, geben auch die Planer beim Basler Baudepartement zu. «Wir sind uns bewusst, dass die Stelle heikel ist. Wir beobachten den Verkehrsfluss. Möglicherweise müssen wir eingreifen», sagt dazu der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels.

«  Es könnte zwar den Velofahrern dienen, würde aber zu grossem Rückstau beim restlichen Verkehr führen. »

Thomas Weiss
Gesamtprojektleiter des Umbaus beim Basler Tiefbauamt

Dieses Bekenntnis reicht Matthias Schlatter aber nicht. «Es ist gut, dass sie den Verkehr dort beobachten. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass es aber Jahre dauern kann, bis tatsächlich etwas geschieht.» Schlatter präsentiert denn auch gleich einen eigenen Lösungsvorschlag: den Autoverkehr auf dem Luzuernerring immer auf einer Spur belassen. Damit würde auch das gefährliche Zusammenführen der Autos auf eine Spur wegfallen. Diesem Vorschlag kann Thomas Weiss, Gesamtprojektleiter des Umbaus beim Basler Tiefbauamt, nicht zustimmen. Der Vorschlag sei zu einseitig: «Das könnte zwar den Velofahrern dienen, würde aber zu grossem Rückstau beim restlichen Verkehr führen.» Man müsse die Situation beobachten und nach ausgewogenen Lösungen suchen.

Unter dem Strich wollen beide Parteien mehr Sicherheit für die Velofahrerinnen und -fahrer. Während Matthias Schlatter von Pro Velo aber Sofortmassnahmen fordert, wägt das Baudepartement ab und möchte die Situation erst einmal beobachten.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)