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Protest Lehrer in Basel wehren sich gegen Lernberichte bei Erstklässlern

Deckblatt eines Lernberichts
Legende: Lehrerinnen und Lehrer im Gotthelf Schulhaus wollen für Erstklässler keine Lernberichte ausfüllen. SRF
  • Eine Gruppe Lehrerinnen und Lehrer im Gotthelf-Schulhaus hat an einem Elternabend den Eltern mitgeteilt, in der ersten Klasse keine Lernberichte mehr zu schreiben.
  • Lernberichte würden die Kinder unter Druck setzen. Am Anfang der Primarschule bräuchten die Kinder jedoch Zeit, um sich ohne Leistungsdruck einzugewöhnen.
  • Da dieses Vorgehen der Schullaufbahnverordnung widerspricht, hat die Schulleitung den Eltern in einem Brief mitgeteilt, dass trotzdem Lernberichte geschrieben werden.
  • In einer Arbeitsgruppe werden derzeit Verbesserungsvorschläge für die Schullaufbahnverordnung erarbeitet.

Lernberichte in der ersten Klasse sind schon länger umstritten unter Lehrerinnen und Lehrern im Kanton Basel-Stadt. So hat eine Umfrage, Link öffnet in einem neuen Fenster der Kantonalen Bildungskonferenz Basel-Stadt ergeben, dass über zwei Drittel der Befragten, mit dem Lernbericht bei Erstklässlern nicht einverstanden sind.

Lehrer sind verpflichtet, Lernberichte auszufüllen

Im Gotthelf-Schulhaus hat eine Gruppe Lehrerinnen und Lehrer nun am Elternabend kommuniziert, sie würden keine Lernberichte schreiben. Dies wird damit begründet, dass man den Erstklässlern beim Start in ihre Schulzeit mehr Zeit geben möchte, und ein Lernbericht Druck auf die Schüler ausüben könne.

Da die Lernberichte ein Teil der Schullaufbahnverordnung seien, handle es sich um einen Verstoss gegen die Verordnung, der so nicht akzeptiert werden könne, sagt Dieter Baur, Leiter der Volksschule Basel-Stadt gegenüber dem Regionaljournal. Die Schulleitung des Gotthelf-Schulhauses hat nach Gesprächen mit dem Erziehungsdepartement und den Lehrpersonen, den betroffenen Eltern in einem Brief mitgeteilt, dass die Lernberichte nun trotzdem geschrieben werden. Die betroffenen Lehrpersonen hätten dies so akzeptiert, heisst es von der Schulleitung.

Schullaufbahnverordnung soll überarbeitet werden

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Lehrpersonen, Schulleitungen, Schulsynode und auch vom Erziehungsdepartement erarbeitet derzeit Verbesserungsvorschläge für die Schullaufbahnverordnung. In diesen Diskussionen seien auch die Lernberichte ein Thema, heisst es beim Erziehungsdepartement. Bis allfällige Änderungen umgesetzt werden können, dauere es jedoch mindestens noch bis zum Schuljahr 2019/2020, da die Verordnung auch von der Politik abgesegnet werden müsse und die Schulen eine gewisse Vorlaufzeit bräuchten, so Volksschulleiter Dieter Baur.

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