Protestaktion: Basler Taxifahrer fordern ein Uber-Verbot

Gut 30 Taxifahrerinnen und -fahrer forderten am Mittwoch ein Verbot des privaten Fahrdienstes von Uber. Sie liessen während einer Stunde vor dem Bahnhof SBB keine Kundschaft einsteigen. Damit protestieren sie für gleich lange Spiesse für alle Anbieter von Fahrdiensten.

Basler Taxifahrer demonstrieren gegen Uber.

Bildlegende: Basler Taxifahren wollen, dass Uber verboten wird. Keystone

Für die Taxibranche und die Unia ist das amerikanische Unternehmen ein «Schwarzarbeitgeber». De facto sei Uber ein Transportunternehmen, sagt Roman Künzler, Sprecher der Gewerkschaft Unia. In der Schweiz gibt es Gesetze für solche Unternehmen. Gesetze, welche unter anderem Ruhe- und Arbeitszeiten sowie die Tarife regeln. «Das alles hält Uber nicht ein, das ist aus unserer Sicht klar unzulässig», sagt Künzler.

Die Gesetze für Taxifahrer seien streng, sagt ein Taxifahrer und erzählt eine Anekdote. Ungefähr fünf oder sechs Mal habe er die Arbeitszeit um fünf bis 20 Minuten überschritten. Dafür habe er eine Busse von 1'400 Franken bezahlen müssen. «Das ist nur ein kleines Beispiel». In Basel sind nach Angaben der Unia etwa 40 Personen für Uber Pop unterwegs. Da deren Privatautos nicht beschriftet sind und keine Taxilampe auf dem Dach haben, kann man sie nicht erkennen und zählen. Die Kundschaft bestellt sie per Mobiltelefon-App; abgerechnet wird per Kreditkarte via Uber-Zentrale.

«  Uber hält Ruhe- und Arbeitszeiten nicht ein. Das ist aus unserer Sicht klar unzulässig »

Roman Künzler
Sprecher Gewerkschaft Unia

Von den rund 40 Uber-Fahrern in Basel sei vielleicht ein Drittel Taxifahrer, die ihr tiefes Einkommen so aufzubessern versuchen. In der Taxibranche verdiene man derzeit nur 13 bis 17 Franken in der Stunde. Uber selbst bezeichnet sich nur als Arbeitsvermittler und nicht als Arbeitgeber. Rasoul Jalali, Manager bei Uber gibt sich zuversichtlich, dass Uber in Basel erlaubt bleibt: «Wir sind zuversichtlich, dass wir in Basel weiterhin stark wachsen können.»

Taxibranche steht unter Druck

Uber bietet Dienste unter anderem auch in Genf, Lausanne und Zürich an. Uber ist in vielen Städten umstritten; in Amsterdam gab es am Mittwoch eine Razzia in der Europazentrale von Uber. Mancherorts sind Uber-Dienste verboten, so in Deutschland.

In Basel ist der Protest neu. Die Branche steht unter Druck, die Umsätze gehen zurück. Das Hauptproblem sei aber gar nicht Uber, meint ein anwesender Taxifahrer. Das Problem seien die Preise. Taxifahren sei zu teuer geworden und die Qualität stimme nicht. Die Protestaktion sei seiner Meinung nach nur eine gute Werbung für Uber. Dem widerspricht die langjährige Taxifahrerin Rita Taschner, der Protest ist wichtig, findet sie. Denn, wenn es schon Gesetze gibt, sollen sie auch für alle gelten.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)