Pussy-Riot-Sujet hat Folgen für die Basler Bebbi

Weil sie die anderen Cliquen an der Fasnacht mit lauter Punkmusik gestört hat, wird die Bebbi-Clique bestraft. Sie erhält nur die Hälfte der Subventionen, die andere Hälfte geht an die Menschenrechts-Organisation Amnesty International, die sich für die inhaftierten Pussy-Riot-Mitglieder engagiert.

Laterne der Basler Bebbi mit Papier-Wal

Bildlegende: Der Killerwal auf der Laterne der Basler Bebbi SRF

Es war ein Auftritt, der für Aufruhr sorgte. Die traditionsbewusste Bebbi-Clique spielte an der Fasnacht unter dem Motto «Free Willy Riot» laute Punkmusik. Die Musik war so laut, dass andere Cliquen sich gestört fühlten und Beschwerde beim Comité einreichten. Die Musik sei zudem rechtsradikal gewesen, so die Anschuldigung.

Nun, zwei Monate nach der Fasnacht, hat das Comité entschieden, wie die «Basler Bebbi Basel» dafür bestraft werden. Sie erhalten nur die Hälfte der eigentlichen Subventionen und müssen die andere Hälfte an Amnesty International abgeben. Die Menschenrechtsorganisation setzt sich für die Aktivistinnen von Pussy Riot ein. «Das ist eine milde Strafe», findet Andreas Rapp, Vizepräsident der Basler Bebbi. «Und wir sind überrascht über diesen keartiven Ansatz.»  Die Clique habe eigentlich damit gerechnet, gar kein Geld zu bekommen. Man habe Verständnis für die Beschwerden, so Andreas Rapp. «Es kann sein, dass wir das Fasnachts-Vergnügen der Cliquen vor und hinter uns leicht gemindert haben.»

Keine bösen Absichten

Den Vorwurf der Rechtsradikalität will Andreas Rapp hingegen nicht gelten lassen: «Punkmusik wäre wenn schon linksradikal.» Es sei aber nie darum gegangen, absichtlich für Aufruhr zu sorgen. Und so wünschen sich die Basler Bebbi für zukünftige Sujets mehr Mut. Es brauche kritische Stimmen und unkonventionelle Ideen jenseits des Fasnachts-Mainstreams. «Man darf die Fasnacht nicht auf ein Ideal zementieren», so Andreas Rapp.