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Qualität der Arbeit Lehrer sollen auch nach Leistung bezahlt werden

KInd in Klassenzimmer streckt Hand auf. Man sieht es von hinten. Vorne in der Unschärfe steht die Lehrerin.
Legende: Was ist guter, was schlechter Unterricht? Lehrerinnen und Lehrer sagen, das sei nur schwer beurteilbar. Keystone

Mitarbeitende des Kantons Basel-Landschaft sollen künftig individuelle und leistungsbezogene Lohnerhöhungen erhalten. Mit dem neuen Lohnsystem soll der derzeit gültige Erfahrungsstufenanstieg abgelöst werden.

Schon mit der Einführung der Erfahrungsstufen sei eine Lohndifferenzierung aufgrund der Leistung angestrebt worden, heisst es in einer Mitteilung der Baselbieter Finanz- und Kirchendirektion. In der Praxis sei der «quasi automatische» Erfahrungsstufenanstieg jedoch wenig leistungsbezogen und zunehmend umstritten.

Mit den Änderungen soll die leistungsbezogene Lohndifferenzierung in Zukunft konsequenter angestrebt werden. Die Regierung schlägt dazu mit der geplanten Teilrevision des Personaldekrets die schon in anderen Kantonen eingesetzte Systematik der «stufenlosen Lohnbänder» vor.

Die jährliche individuelle Lohnentwicklung soll durch die «Lage im Lohnband» bestimmt und direkt mit der Beurteilung der Mitarbeitenden verknüpft sein. Ab Sommer 2018 werde in der kantonalen Verwaltung ein überarbeitetes Mitarbeitendengespräch (MAG) zum Einsatz kommen. Dieses sei einfacher anzuwenden und werde den neuen Anforderungen gerecht.

Noch nicht überarbeitet wurde gemäss Mitteilung das MAG für Lehrerinnen und Lehrer. Die Regierung habe jedoch beschlossen, ein separates Projekt zur Überprüfung des MAG für die Lehrpersonen in Auftrag zu geben. Die Weiterentwicklung soll unter Einbezug von Schulleitungen und Personalverbänden stattfinden.

Keine Sparmassnahme

Unverändert beibehalten will die Regierung die Spannweiten der aktuellen Lohnkassen. Bestehen bleiben soll auch die Zuordnung von Funktionen zu diesen Lohnklassen.

Die Revision des Lohnsystems sei keine Sparmassnahme. Für individuelle Lohnentwicklungen sollen finanzielle Mittel im gleichen Umfang zur Verfügung stehen, wie dies im heutigen System der Fall ist.

Die neue Systematik mit stufenlosen Lohnbändern will die Regierung per Anfang 2022 in Kraft setzen. Für Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung soll zuvor in einer Übergangsphase der Anstieg der Erfahrungsstufen direkt an die Beurteilung geknüpft sein - das neue MAG soll ab Anfang 2020 lohnrelevant werden. Bei Lehrpersonen soll der Stufenanstieg im alten Lohnsystem bis und mit 2021 gelten.

System in 1970er-Jahren eingeführt

Die Regierung schlägt die Änderungen auch mit Blick auf ein vom Landrat überwiesener Vorstoss der SVP-Fraktion zur «Flexibilisierung des Lohnsystems» sowie die hängige Verfassungsinitiative «für eine vernünftige staatliche Personalpolitik» der Liga Baselbieter Steuerzahler vor.
Die Initiative will die Lohnentwicklung des Staatspersonals auf die Index-Teuerung beschränken und dem Landrat die Zuständigkeit für Besoldung, Pensionen und Ruhegehälter entziehen. Die Regierung lehnt die Initiative ab. Die nun vorgeschlagenen Änderungen seien jedoch kein Gegenvorschlag.

Das aktuelle Lohnsystem war in den Grundzügen in den 1970er eingeführt worden. 2001 wurde es im Rahmen einer Teilrevision des Personaldekrets modernisiert. Die Vernehmlassung zu den nun geplanten Änderungen dauert bis Ende Juni.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Theodor Kugler (Handeln!)
    Was in der Wirtschaft noch funktioniert, ich betone "noch", wird in Schulen bald Auslaufmodell sein. Wie man nicht linear einschlafen kann, funktioniert auch das Lernen nicht linear. In den Schulentscheidungsgremien sind meistens Leute, die meinen, eine logische Reihenfolge von Massnahmen müsse zum Erfolg führen. Diese Denkweise engt Schulen enorm ein. In den Schulen soll sich das Potential der Schüler wie die Verästelung eines Baumes entfalten. Leistungsbetonung führt zu einem Baumkrüppel.
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  • Kommentar von Barbara Lampérth (Luk 12/3)
    Was abgeschafft gehört ist die Unkündbarkeit nach definitiver Anstellung. Es gibt tatsächlich Lehrer, die sollte man entlassen können. Die sind aber eine Minderheit und die Mehrheit soll sich bitte einfach in Ruhe auf ihre Arbeit konzentrieren dürfen. Qualität ist nicht messbar. Mit "leistungsbezogenen" Löhnen demotiviert man die guten Lehrpersonen während die schlechten nicht besser arbeiten können. Sinnlose Wettbewerbe produzieren nur und ausschliesslich Unsinn.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Ich finde die Entlöhnung nach Erfahrungsstufen wesentlich besser und humaner als MAG-abhängige Lohnsteigerungen oder -senkungen. Hierzu folgendes: Nach welchen Kriterien soll einigermassen objektiv die Leistung von Lehrkräften gemessen werden? Das Umfeld der Schulklassen ist sehr unterschiedlich und beeinflusst die Leistungsmöglichkeit der Lehrkraft. Es entsteht beim MAG noch zusätzlicher Druck auf Lehrkräfte, die gegeneinander im Vergleich stehen. Und: Wer beurteilt die MAG-führende Person?
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