Rechte Gruppierung sorgt in deutscher Grenzregion für viel Unruhe

«Reichsbürger» anerkennen Deutschland nicht als souveränen Staat. Sie weigern sich beispielsweise Parkbussen zu bezahlen. Die eher am rechten Rand des politischen Spektrums angesiedelte Gruppierung beschert den Behörden viel Arbeit. Dies gilt auch für die deutsche Grenzstadt Weil am Rhein.

Aktenberge

Bildlegende: Die sogenannten Reichsbürger sorgen in Weil am Rhein für viel Arbeit auf den Ämtern. Colourbox

Immer wieder bekommt Annette Huber, Amtsleiterin von Weil am Rhein, ellenlange Faxnachrichten von so genannten «Reichsbürgern». Diese vertreten die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland ein illegitimer Staat sei.

Sie legen deshalb Einsprachen gegen Bussbefehle oder andere Aufforderungen der Behörden ein. «Unsere Arbeit wird dadurch erschwert», so Huber «schliesslich sind wir verpflichtet, alle Bürger gleich zu behandeln. Dies bedeutet auch, 50-seitige Dokumente von so genannten Reichsbürgern durchzulesen und gegebenenfalls zu beantworten.»

Neueres Phänomen in Weil und Lörrach

«Reichsbürger» gibt es in ganz Deutschland. In Weil am Rhein treten sie seit rund zwei Jahren in Erscheinung und erschweren die Arbeit unterschiedlicher Behörden. Besonders auch das Amtsgericht in Lörrach hat immer wieder mit solchen Leuten zu tun.

«Wieviele dieser Leute in der Region leben, ist schwer zu sagen. Ich schätze mal so gegen 100. Viele sind das ja nicht, aber auch wenige Leute können ganz viele Faxe verschicken oder Telefonanrufe tätigen», sagt Sönke Bluck, Verwaltungsleiter des Amtsgerichts Lörrach.

(Regionaljourrnal Basel, 06.32 Uhr)