Regierung will dem «Läufelfingerli» erneut an den Kragen

Das Baselbieter Sparpaket nimmt immer mehr Formen an. Heute hat die Regierung die Sparpläne beim öffentlichen Verkehr veröffentlicht. Geht es nach dem Willen der Regierung, dann trifft es einmal mehr das «Läuferfingerli» - die S-Bahn Linie 9.

Zug

Bildlegende: Das Läufelfingerli fährt heute noch im Stundentakt zwischen Sissach und Olten. Paul Menz

Das Sparpaket der Baselbieter Regierung bekommt auch der öffentliche Verkehr zu spüren. Die Regierung beantragt dem Parlament, spürbare Abstriche beim Fahrplan zu machen.

Betroffen wäre unter anderem die S-Bahn Linie 9, das so genannte «Läufelfingerli». Heute fährt die Bahn im Stundentakt. Neu soll die Bahn nur noch zu Hauptverkehrszeiten verkehren. Konkret bedeutet dies: Der Zug soll ab 2017 statt 21 nur noch 14 Mal von Sissach über Läufelfingen nach Olten hin und her fahren.

Auch Bus und Postauto sind betroffen

Betroffen von den Sparmassnahmen, welche die Regierung bereits im Sommer angekündigt hatte, sind jedoch vor allem Buslinien der BLT und Postauto. Bei schlecht ausgelasteten Linien wird gespart, zum Beispiel bei der Buslinie 63 zwischen Dornach und Muttenz. Dort liege der Kostendeckungsgrad bei 30 Prozent, argumentiert die Regierung. Die Kurse am Sonntag sollen deshalb wegfallen.

Im Ganzen will der Kanton so rund eine Million Franken sparen. Diese Einsparungen merken nicht nur die Passagiere, sondern auch das Personal. Gerade beim Standort Eptingen rechnet die Regierung mit einem Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Gemeinden können in die Presche springen

Sind die Gemeinden mit den Sparplänen des Kantons nicht einverstanden, so können sie eigenhändig ÖV-Leistungen bestellen, müssen dafür aber bezahlen, schreibt die Regierung.

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