Regionale Fussballvereine gehen bei Jugendschutz neue Wege

Ein Strafregister-Auszug für potentielle neue Jugendtrainer - in der Region Basel versuchen einige Fussballvereine auf diese Art und Weise, mit einer möglichen Gefährdung ihrer fussballspielenden Schützlinge umzugehen. Die Massnahme hat allerdings nicht nur Anhänger.

Zwei Fussball-Junioren mit aufgestützten Armen, rechts ein Mann in Zivil

Bildlegende: Fussball mit Kindern und Jugendlichen: eine neue Massnahme soll Sicherheit geben, sexuelle Übergriffe zu vermeiden. Keystone

Der 3.Liga-Club FC Telegraph Basel ist ein Club, der solch einen Strafregister-Auszug von Junioren-Trainern verlangt, die sich neu bewerben und nicht dem Verein angehören: «Wir glauben, dass sich der Aufwand im Verhältnis zur Sicherheit auf jeden Fall lohnt» sagt Präsident Robert Gray.

Ein anderer Verein, der bei einer Trainer-Bewerbung immer einen Auszug aus dem Strafregister verlangt und zwar schon länger, ist der FC Reinach. Präsident Roland Ming begründet es damit, dass der Verein schlicht zu gross geworden sei: «Wir haben nicht weniger als 20 Junioren-Mannschaften, da kennen wir natürlich nicht alle Trainer oder Trainerinnen persönlich, die sich bei uns bewerben.» Und zumindest diskutiert wird die Massnahme auch beim Basler Fussballclub Old Boys.

«  Wir glauben, dass die Vereine sich hier in einer falschen Sicherheit wiegen. »

Marco von Ah
Mediensprecher Schweizer Fussballverband

Beim Schweizer Fussballverband stösst sie allerdings nur auf mässige Begeisterung. Mediensprecher Marco von Ah sagt, sie entspreche nicht den neusten Richtlinien von Swiss Olympic und Pro Juventute in diesem Bereich, diese würden sie ablehnen. «Ausserdem glauben wir, dass sie die Funktionäre unter Umständen in eine falsche Sicherheit wiegen könnte», so von Ah weiter. Man sei aber flexibel und beobachte einmal, wie sich das Experiment entwickle, so von Ah weiter.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)