Regula Nebiker: «Das Baselbiet braucht neue Ideen»

Die Liestaler Stadträtin Regula Nebiker will in die Baselbieter Regierung. Ein Wechsel sei nötig, sagt Nebiker, die zusammen mit Daniel Münger für die SP kandidiert. Baselland müsse sich viel mehr als offener Kanton präsentieren. In Vergangenheit habe es zu viele kleinräumige Grabenkämpfe gegeben.

Gleich mit zwei Kandidaten greift die Baselbieter SP die bürgerliche Mehrheit in der Regierung an. Während Daniel Münger als Vertreter der Gewerkschaften ins Rennen geschickt wird, bezeichnet sich Regula Nebiker als Vertreterin des «bildungsbürgerlichen» Teils der SP. Dass die SP mit zwei Kandidierenden antritt, sieht die 57-jährige nicht als Nachteil: «Die SP macht damit den Wahlkampf lebendig.»

Nicht immer auf Parteilinie

Belebt hat Nebiker den eigenen Wahlkampf mit Aussagen, die sich gegen den amtiererenden SP-Bildungsdirektor Urs Wührich richteten. Und auch bei anderen Themen ist sie nicht auf der Linie der Partei. An einem Wahlpodium am Montagabend sprach sich Regula Nebiker für den Bau des Autobahnzubringers ins Allschwiler Bachgrabengebiet aus entgegen der Abstimmungsempfehlung der SP.

Die vergangene Legislatur der Regierung sei geprägt gewesen von Gräbenkämpfen, kritsiert Nebiker. Dies habe das Baselbiet in ein schlechtes Licht gerückt. «Mich stört das negative Image des Kantons, wie wir von aussen wahrgenommen werden», sagt Nebiker.

«  Die SP macht damit den Wahlkampf lebendig. »

Regula Nebiker
SP-Regierungsratskandidatin

Die Stadträtin von Liestal plädiert für mehr Zusammenarbeit unter den Gemeinden. Ein gutes Beispiel sei, wie sich die Gemeinden im Frenkental nach der aktuellen Gewässerverschmutzung gegenseitig helfen. «Früher hat jede Gemeinde für sich geschaut. Heute wird über die Grenzen hinaus gedacht», betont Nebiker und verweist in diesem Zusammenhang auch auf das Projekt Birsstadt, bei dem sich mehrere Gemeinden für eine gemeinsame Raumplanung zusammengeschlossen haben.

Gemeinsam planen müsse man auch bei der Gesundheitsversorgung, namentlich bei den Spitälern in der Region. Nur so könne man die hohen Kosten und die Krankenkassenprämien in Griff kriegen. Konkrete Lösungen hat Regula Nebiker jedoch keine parat: «Die Zauberformel habe auch ich nicht. Aber es braucht eine intelligente überregionale Spitalplanung.» Ein Schritt in die richtige Richtung könne ein gemeinsames Unispital beider Basel sein. Das Bruderholzspital zu schliessen, wäre für Regula Nebiker eine Option.

Erste SP-Frau in der Baselbieter Regierung?

Schafft die Historikerin Regula Nebiker am 8. Februar den Sprung in die Regierung, wäre dies für die Baselbieter SP ein historischer Moment: Regula Nebiker wäre die erste SP-Frau in der Regierung überhaupt. Gut möglich, dass sie am Wahltag auch die eine oder andere Stimme aus dem bürgerlichen Lager erhält. Grund: Regula Nebikers Vater politisierte für die Baselbieter SVP im Nationalrat. Diese Wurzeln versteckt Regula Nebiker nicht und sagt: «Die SVP ist mir durchaus vertraut.»

Regula Nebiker ist 57 Jahre alt. Sie lebt in Liestal, ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Seit 14 Jahren arbeitet als Staatsarchivarin für den Kanton Baselland.

Politische Werdegang

  • 2004 - 2012 Einwohnerrat Liestal
  • Seit 2012 Stadträtin Liestal

Vor den Baselbieter Wahlen lädt das «Regionaljournal Basel» von Radio SRF alle Regierungsratskandidatinnen und -kandidaten der im Landrat vertretenen Parteien zum «Wahlzmorge» ein. Für die Bildergalerie können die Kandidierenden eigene Bilder zur Verfügung stellen und eine Postkarte an die Wählerinnen und Wähler mit einem selbst gewählten Sujet. Da nicht alle Kandidierenden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollten, ist die Anzahl Bilder in der Galerie von Kandidat zu Kandidat unterschiedlich.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)