Revue Thommen krebst zurück

Bis zu 100 neue Stellen in Waldenburg hätten es werden sollen, doch nun wird klar: Roland Buser von Revue Thommen hat nur vage Absichten und keinesfalls konkrete Pläne.

Zwei Gebäude und eine kleine Brücke. Es ist das Firmengelände der Revue Thommen in Waldenburg.

Bildlegende: Ob in diesen Räumen in Waldenburg dereinst wieder Uhren produziert werden, ist noch völlig unklar. Keystone

Er wolle zurück zu den Wurzeln, zurück nach Waldenburg. Das hatte Roland Buser von Revue Thommen Mitte März angekündigt und auch gleich von bis zu 100 neuen Stellen in Waldenburg gesprochen, die er in den kommenden fünf bis sechs Jahren schaffen wolle. Doch nur eine Woche später sagt Buser, er habe nie gesagt, dass er in fünf Jahren 100 Leute einstellen werde. «Wenn wir anfangen, früher oder später, dann klein. Mit einem Büro zuerst, danach wird es mit Verkäufern weiter gehen und später auch Logistik und Service einbeziehen.»

Auf die Frage, ob er in fünf Jahren Uhren in Waldenburg herstelle, bleibt Buser unkonkret. «In fünf Jahren werden wir sicher unser Büro in Hong Kong haben, wie bereits jetzt. Und wir werden sicher ein Büro im Waldenburgertal haben. Die Produktion werden wir dort, soweit es Sinn macht, einplanen. Natürlich auch gemäss den wirklichen Verkäufen, die wir dann machen.» Ob also tatsächlich künftig Uhren in Waldenburg hergestellt werden, ist noch völlig offen.

Produktionsräume schon belegt - mit anderer Produktion

Unklarheiten gibt es auch bezüglich der Geschäftsräume. Buser würde gerne in den ehemaligen Fabrikgebäuden Uhren produzieren. Diese Gebäude gehören aber einer Firma, die heisst wie die Uhrenmarke, aber Messinstumente für Flugzeuge herstellt: Revue Thommen AG. Deren Chef, Stephane Jacquier, winkt ab. «Roland Buser hat solche Pläne, aber wir haben keine Vereinbarung getroffen mit ihm.»

Ob Roland Buser überhaupt die Lizenzrechte hat, die Uhren produzieren zu lassen, ist indessen nicht klar. Dieses Recht beansprucht nämlich auch die Firma Grovana in der Baselbieter Gemeinde Tenniken für sich. Skeptisch ist derweil offenbar auch die Gemeindepräsidentin von Waldenburg, Andrea Kaufmann. Sie habe Roland Buser einen Brief geschrieben, denn sie wolle von ihm wissen, was er genau vorhabe. «Ich bin erst in Freudenstimmung, wenn alles konkret ist.» Und bis das soweit ist, könnte es durchaus noch eine Zeit dauern.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)