Ross und Reiter - die Faszination der Harmonie am Basler CSI

Seit nunmehr sechs Jahren strömen unzählige Pferdeliebhaber und -liebhaberinnen an den CSI in Basel. Trotz eines gut besuchten Turniers schaffte es der Reitsport aber bis jetzt nicht, sich einem breiteren Publikum zu öffnen oder dann nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Pferdeboxen seitlich aufgenommen, darin Pferde, die für den Einsatz bereit sind.

Bildlegende: Pferde am CSI in Basel sind bereit für den Einsatz Keystone

Reit- und Tennissport wiesen vor ein paar Jahrzehnten punkto Publikumsinteresse ähnliche Merkmale auf. Beide Sportarten zogen nur ein Fachpublikum an, das einen direkten Draht zu diesem Sport hatte. Dies konnten Verwandte sein, die selbst diesen Sport ausübten oder dann eine eigene Vergangenheit auf dem Reitplatz oder der Tennishalle hatten.

Kompetenz der Zuschauer bei Tennis stark gewachsen

Der Tennissport gewann in der Zwischenzeit aber einiges an Popularität dazu. Sowohl die Zahl der aktiven Tennisspieler wie auch das Publikumsinteresse bei Spielen von nationalen und internationalen Grössen wuchs enorm. Gleichzeitig entwickelte sich auch ein Wissen bei den Zuschauern um das Regelwerk, die Taktik und die Bedeutung von Turnieren.

Anders ist dies beim Pferdesport. Der CSI in Basel ist unter den Reitern eines der wichtigsten und beliebtestem Turniere im Jahreskalender geworden. Den Sprung zu denjenigen die nur des Sport wegen kommen, schaffte der Anlass aber nicht. Dabei hätte der Pferdesport und insbesondere der CSI aber durchaus das Potential, als Sportanlass ein breites Publikum anzusprechen.

Harmonie von Ross und Reiter

Die Gründe sind vielschichtig. Der Pferdesport ist die einzige Olympiadisziplin, bei der ein Tier eine entscheidende Rolle spielt. Der Charakter des Tieres und jener des Reiters, diese beiden Charaktere müssen harmonieren. Tun sie dies nicht, so ist kein sportlicher Erfolg möglich.

Das Pferd ist stärker als der Reiter und muss umgekehrt den Menschen als Alphatier akzeptieren. Bis dies so weit ist, braucht es viel Arbeit, die mit einer messbaren Leistung nichts zu tun hat. Diese Arbeit ist aber ein wichtiger Teil der Faszination der Reiter.

Damit nun die Begeisterung auf ein breiteres Publikum übergehen könnte, müssten vermutlich diese beiden Aspekte verstanden werden. Die Reaktionen im Publikum beim CSI zeigten aber immer wieder, dass die emotionale Bindung an das Pferd wesentliche Teile der Begeisterung für diesen Sport ausmachen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)