Schiefer Haussegen zwischen Arisdorf und dem Kanton

Zwischen der Gemeinde Arisdorf und den Baselbieter Kantonsbehörden schwelt ein Konflikt über ein neues Gemeindezentrum. Der Investor, der auch in der Gemeinde wohnt, hat mit einem Zeitungsinserat seinem Unmut Luft gemacht.

Arisdorf mit Kirche und Dorf

Bildlegende: Trotz ländlicher Idylle: Zwischen der Gemeinde Arisdorf und den Kantonsbehörden hängt der Haussegen schief. Paul Menz

Formuliert ist das Inserat, das am Mittwoch in der Basellandschaftlichen Zeitung erschien, als offener Brief an die Baselbieter Baudirektorin. Arisdorf, eine Gemeinde, die seit Jahren keinen eigenen Dorfladen mehr hat, wolle sein Dorf beleben mit einem Gemeindezentrum mit Laden, Hausarztpraxis, Café und Wohnungen, schreibt der Investor des Bauprojekts, der Unternehmer Rolf Schäfer, der den offenen Brief verfasst hat. Doch arrogante Mitarbeiter des Baudepartements würden das Projekt mit Zentrumsfunktion und sozialen Einrichtungen verhindern. 

«Ballenberg statt Leben im Dorf»

Der Arisdorfer Gemeindepräsident Alex Kämpfen distanziert sich zwar von dem Inserat, das mit der Gemeinde nicht abgesprochen sei. Doch Arisdorf habe tatsächlich ein Problem, sagt er.

Dem geplanten Neubau muss nämlich ein Gebäude im Dorfzentrum weichen, das neben dem denkmalgeschützten Schulhaus steht. Arisdorf habe sein Projekt mehrmals überarbeitet, und obwohl es heute zonenkonform sei, habe die Denkmalpflege vor ein paar Tagen wieder neue Auflagen gemacht. Auch der Arisdorfer Gemeindepräsident fühlt sich von den Behörden arrogant behandelt und sagt, die Baselbieter Denkmalschutzpolitik laufe «auf ein Ballenberg-Museum hinaus, wo die Leute nicht mehr leben». 

Beim Kanton Baselland war am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten. Der zuständige Bauinspektor will sich zunächst mit der Denkmalpflege besprechen.